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Politik1. August 2026, 07:01 Uhr · von Redaktion

Ceuta-Krise schockt Europa

Nach dem massenhaften Grenzübertritt nach Ceuta setzt Italien das Schengen-Abkommen mit Spanien vorübergehend aus. Frankreich verschärft seine Kontrollen, die EU sagt Spanien Unterstützung zu.

Ceuta-Krise schockt Europa

Die Lage an Europas Außengrenze hat direkte Folgen im Schengen-Raum: Italien setzt nach dem massenhaften Grenzübertritt von Zehntausenden Migranten in die spanische Exklave Ceuta das Schengen-Abkommen mit Spanien vorübergehend aus. Nach Angaben des Innenministeriums werden Kontrollen im Luft- und Seeverkehr ab Samstag wieder eingeführt. Die Regelung soll zunächst für einen Monat gelten.

Da Italien und Spanien keine gemeinsame Landgrenze haben, betrifft die Maßnahme vor allem Reisende per Flugzeug oder Schiff. Bei der Einreise muss dann wieder ein Reisepass vorgezeigt werden. Zusätzlich kündigte das Innenministerium gezielte und selektive Kontrollen bei Drittstaatsangehörigen an, die aus Spanien kommen.

Meloni erhöht den Druck

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte diesen Schritt bereits öffentlich in Aussicht gestellt. Sie machte klar, dass Italien aus ihrer Sicht nicht untätig bleiben werde. Hintergrund ist die Sorge, dass die Bilder aus Ceuta ein Zeichen für unkontrollierte illegale Migration und eine Gefahr für die Sicherheit der europäischen Grenzen seien.

Auch Frankreich reagiert. Innenminister Laurent Nuñez kündigte an, die Kontrollen an der Grenze zu Spanien sofort zu verstärken. Nach seinen Angaben gibt es dort bereits Überprüfungen, die in den vergangenen Monaten weiter ausgebaut worden seien. Sollten sich Migrationsbewegungen in Richtung Frankreich verlagern, seien weitere Schritte möglich.

EU sagt Spanien Hilfe zu

Aus Brüssel kam unterdessen Unterstützung für Madrid. Die EU stellte Spanien zusätzliche Hilfe in Aussicht, unter anderem über Frontex. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von inakzeptablen Bildern aus Ceuta. Auch aus Deutschland kamen klare Worte: Bundeskanzler Friedrich Merz betonte laut Kanzleramt, der Schutz der EU-Außengrenzen sei zentral im Kampf gegen illegale Migration.

  • Italien führt ab Samstag wieder Kontrollen im Luft- und Seeverkehr mit Spanien ein.
  • Die Maßnahme gilt zunächst für einen Monat.
  • Frankreich verschärft parallel seine Kontrollen an der spanischen Grenze.
  • Die EU bietet Spanien Unterstützung bei der Kontrolle der Lage an.