Asyl-Anträge auf Tiefstand
In Österreich ist die Zahl der Asyl-Erstanträge laut Innenministerium auf den niedrigsten Juli-Wert seit zehn Jahren gefallen. Im Juli 2026 wurden 244 Erstanträge registriert, deutlich weniger als im Vorjahr.
Die Zahl der Asyl-Erstanträge in Österreich ist laut Innenministerium auf ein Zehn-Jahres-Tief gefallen. Im Juli 2026 wurden 244 Erstanträge gezählt. Im selben Monat des Vorjahres waren es noch 697. Rechnet man auch Folgeanträge dazu, kamen im Juli insgesamt 840 Asylanträge zusammen.
Auch auf das bisherige Jahr gesehen zeigt die Kurve nach unten: Von Jänner bis Juli wurden insgesamt 5.743 Anträge registriert, nach 10.442 im Vergleichszeitraum 2025. Die meisten Anträge im Juli kamen von Syrerinnen und Syrern, nämlich 267. Laut Ministerium betraf ein großer Teil davon Kinder, die in Österreich geboren wurden.
Weniger Einreisen, mehr Ausreisen
Das Innenministerium führt den Rückgang unter anderem auf den vorübergehenden Stopp beim Familiennachzug zurück. In diesem Bereich gab es heuer bisher nur 60 Einreisen in absoluten Härtefällen. Im Jahr 2025 waren es im Vergleich noch 853. Gleichzeitig mussten bis Ende Juli 8.856 Personen Österreich verlassen — 4.615 zwangsweise und 4.241 freiwillig.
- 392 Dublin-Überstellungen bis Ende Juli
- Rund 48 Prozent der Abgeschobenen waren strafrechtlich verurteilt
- Rund 2.000 syrische Staatsangehörige verließen Österreich seit dem Sturz des Assad-Regimes
Aufgriffe an der Grenze stark gesunken
Auch bei den Aufgriffen im Burgenland meldet das Ministerium einen massiven Rückgang. Zwischen Jänner und Mitte August 2023 waren dort noch knapp 16.000 Fremde angehalten worden, heuer waren es im selben Zeitraum nur 339 Personen. Für Antragstellerinnen und Antragsteller aus Indien und Tunesien setzt das Ressort weiter auf Schnell- und Eilverfahren. Bis Ende Juli wurden 294 negative Entscheidungen innerhalb von 28 Tagen oder schon in erster Instanz binnen 72 Stunden getroffen.
Aktuell befinden sich laut Innenministerium 43.300 Menschen in Grundversorgung. Davon sind nur rund 5.300 Asylwerberinnen und Asylwerber — laut Ressort der niedrigste Wert seit über 20 Jahren. Der größte Teil in der Grundversorgung sind mit rund 25.800 Menschen weiterhin Kriegsvertriebene aus der Ukraine.
Quelle: ORF