Alarm vor neuer Spanien-Route
Italienische Geheimdienste warnen vor mehr Migrantenfahrten von Ceuta zur spanischen Südküste. Schlepper sollen für die weniger als einstündige Überfahrt mit schnellen Booten bis zu 7.000 Euro pro Person verlangen.

Italienische Sicherheitsbehörden schlagen Alarm: Nach Einschätzung der Geheimdienste nimmt die Zahl der Überfahrten von Migranten und Migrantinnen aus der spanischen Exklave Ceuta zur spanischen Südküste zu. Wie die römische Zeitung „Il Messaggero“ berichtet, setzen Schlepper dabei auf besonders schnelle Wasserfahrzeuge – und kassieren laut den italienischen Diensten bis zu 7.000 Euro pro Person.
Kleine Boote, kurzer Weg, großes Risiko
Für die Route sollen unter anderem Jetskis, Motorboote und andere schnelle Boote verwendet werden. Ziel seien vor allem Küstenabschnitte in Richtung Algeciras, San Roque und La Linea de la Concepcion. Die Strecke gilt als kurz: Die Fahrt soll weniger als eine Stunde dauern. Gerade das mache die Route für Schleuser offenbar attraktiv.
Nach Einschätzung der italienischen Dienste ist die Überfahrt jedoch extrem gefährlich. Demnach sollen Menschen teils gezwungen werden, selbst zu schwimmen. Wenn Polizeiboote auftauchen, würden Migranten laut dieser Bewertung teils auch auf offener See zurückgelassen. Damit steige das Risiko für tödliche Zwischenfälle deutlich.
Behörden beobachten die Lage
Bei der Zahl der Menschen in Ceuta gehen die Einschätzungen auseinander. Italien spricht von 6.000 bis 8.000 Migranten, während spanische Behörden die Zahl deutlich niedriger ansetzen. Klar ist: Sowohl Spanien als auch Italien verfolgen die Entwicklung weiter aufmerksam.
- Italien vermutet eine wachsende Ausweichroute über Ceuta
- Schlepper sollen bisher für Drogenschmuggel genutzte Boote einsetzen
- Spanien sieht Probleme bei der Seeüberwachung auch wegen knapper Personalkapazitäten
Hinzu kommt ein weiterer Verdacht: Nach Angaben der italienischen Geheimdienste könnten auch Drogenbanden beteiligt sein. Boote, die bislang für den Haschischschmuggel genutzt worden sein sollen, würden demnach nun auch für den Transport von Migranten eingesetzt. Parallel dazu bleibt die Lage zwischen Madrid und Rom angespannt: Spanien hatte erst am Freitag angekündigt, die Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien bis 7. September aufrechtzuerhalten. Damit reagierte die Regierung auf Italiens Entscheidung, wieder Schengen-Kontrollen für Reisende aus Spanien einzuführen.