100 Tage komplett isoliert
Sechs junge Erwachsene haben nach 100 Tagen die Isolationsanlage des DLR in Köln verlassen. Das ESA-Projekt SOLIS100 soll zeigen, wie sich lange Missionen zum Mond oder Mars auf Körper und Psyche auswirken.

Nach 100 Tagen Isolation ist das Forschungsprojekt SOLIS100 am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln beendet. Sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 26 bis 32 Jahren verließen die Simulationsanlage nach einer abschließenden Erholungsphase und kehrten danach in ihren normalen Alltag zurück.
Die europäische Crew bestand aus je drei Männern und drei Frauen aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen und Portugal. Im Auftrag der ESA sollte untersucht werden, wie sich ein langes Leben auf engem Raum und unter abgeschotteten Bedingungen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit auswirkt. Solche Erkenntnisse sind vor allem für spätere Missionen zum Mond oder Mars wichtig.
Enge Räume, kein Tageslicht
Mehr als drei Monate lebten die Probanden ohne Kontakt zur Außenwelt in einer beengten Umgebung ohne Sonnenlicht. Frisches Obst gab es in dieser Zeit nicht, stattdessen nur begrenzte Vorräte mit haltbarer Nahrung. Auch persönlicher Kontakt zu Familie und Freunden war nicht möglich. Die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum lief überwiegend über eine Sprechanlage.
- wissenschaftliche Arbeit
- medizinische Untersuchungen
- festes Sportprogramm
- Wartung der Station
Nach Angaben des DLR sind solche Studien entscheidend, um Crews auf die psychischen und körperlichen Belastungen künftiger Weltraummissionen vorzubereiten. Projektleiterin Amelie Therre zufolge soll SOLIS100 außerdem helfen, erhobene Daten besser zu standardisieren, damit Unterstützungsmaßnahmen für spätere Besatzungen vergleichbar werden.
Jetzt beginnt die Auswertung
Das Projekt dauerte insgesamt 126 Tage inklusive Vorbereitung und Nachuntersuchung. Nach dem Verlassen der Anlage am 1. August wurden in einer einwöchigen Nachphase weitere Daten zum körperlichen und kognitiven Zustand der Crew gesammelt. Nun startet die Auswertung der Informationen, die vor, während und nach der Isolation erhoben wurden.