Zverev trotzt dem Hexenkessel
Alexander Zverev kämpft heute in Wimbledon um sein erstes Finale. Im Halbfinale wartet mit Arthur Fery ein britischer Außenseiter – vor rund 15.000 Zuschauern, die fast alle für den Lokalmatadoren sein dürften.

Alexander Zverev steht in Wimbledon vor einem besonderen Halbfinale: Der 29-Jährige spielt heute ab 14.30 Uhr um den Einzug in sein erstes Finale beim Rasen-Klassiker. Gegner ist der britische Außenseiter Arthur Fery, aktuell die Nummer 114 der Welt – und auf dem Centre Court dürfte fast das gesamte Publikum hinter ihm stehen.
Zverev nahm die Konstellation mit Humor und machte nach seinem Halbfinaleinzug sogar ein Wortspiel über den Briten. Klar ist aber auch: Einfach wird diese Aufgabe nicht. Denn auf dem Centre Court finden rund 15.000 Zuschauer Platz, und Fery gilt praktisch als Lokalmatador. Er wurde zwar im französischen Sèvres geboren, ist aber nur wenige Minuten von der Wimbledon-Anlage entfernt aufgewachsen. Auch seine frühere Schule liegt nur rund 1500 Meter vom Turniergelände entfernt.
Heimspiel für den Außenseiter
Dass die Tribünen kaum auf seiner Seite sein werden, sieht Zverev gelassen. Er rechnet selbst damit, dass „99 Prozent“ der Fans nicht für ihn sein werden. Ein Problem sei das für ihn aber nicht, vielmehr lobt er die britischen Zuschauer als fair. Für Fery ist die Bühne trotzdem gewaltig: Der 23-Jährige erlebt gerade den größten Lauf seiner Karriere und spricht selbst davon, wie unwirklich es sei, ausgerechnet hier zu spielen.
- Halbfinale heute ab 14.30 Uhr
- Zverev spielt um sein erstes Wimbledon-Finale
- Fery steht mit Wildcard im Halbfinale
Ferys Märchenlauf sorgt für Aufsehen
Der Brite bringt dabei nicht nur sportliches Selbstvertrauen mit. Seine Mutter Olivia war selbst Tennisprofi, Vater Loic ist Präsident des französischen Erstligisten FC Lorient. Fery spielte außerdem drei Jahre College-Tennis in Stanford und sagte über sich, er habe immer daran geglaubt, ein Topspieler werden zu können. In Wimbledon bekam er eine Wildcard – und sorgt nun für eine Geschichte, die längst auch abseits des Courts Aufmerksamkeit bekommt.
Sogar aus dem Königshaus kam prominente Unterstützung: In Runde zwei war Prinzessin Kate bei einem seiner Matches auf Court 18, im Viertelfinale schaute Königin Camilla zu. Für Fery könnte der Lauf noch deutlich mehr wert werden. Sollte er auch Zverev schlagen, wäre er an seinem 24. Geburtstag am Sonntag mindestens die Nummer 26 der Welt – und hätte, unabhängig vom Finale, schon jetzt das größte Tennis-Märchen dieses Turniers geschrieben.
Foto: bild