Zehn Jahre Haft für Wong
Der Demokratieaktivist Joshua Wong ist in Hongkong zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht sah Verstöße gegen das nationale Sicherheitsgesetz als erwiesen an.

Foto: Wikimedia Commons / Iris Tong, Public domain
Der prominente Hongkonger Demokratieaktivist Joshua Wong ist zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Hongkong sprach den 30-Jährigen wegen Verstößen gegen das nationale Sicherheitsgesetz schuldig. Im Kern ging es um den Vorwurf, mit ausländischen Kräften zusammengearbeitet zu haben.
Vorwurf: Appell an das Ausland
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll Wong im Jahr 2020 gemeinsam mit anderen Bürgerrechtlern das Ausland dazu aufgerufen haben, Sanktionen gegen Hongkong und China zu verhängen. Für diesen Anklagepunkt hatte ihm laut Quelle sogar die Todesstrafe gedroht. Im September bekannte sich Wong in dem Verfahren schuldig.
Das Gericht verwies nun zugleich darauf, dass Wongs gezeigte Reue und seine Resozialisierung positiv zu bewerten seien. An der Strafe änderte das jedoch nichts: Der Aktivist muss nun eine weitere lange Haftstrafe verbüßen.
Sicherheitsgesetz prägt Verfahren
Wong sitzt bereits wegen eines anderen Falls im Gefängnis. Dort verbüßt er schon eine Strafe, die bis 2027 läuft. Hintergrund ist eine Verurteilung wegen „Verschwörung zur Untergrabung der Staatsgewalt“ im Zusammenhang mit inoffiziellen Vorwahlen der Demokratiebewegung.
- Urteil: 10 Jahre Gefängnis
- Ort: Hongkong
- Rechtsgrundlage: nationales Sicherheitsgesetz
- Weiterer Fall: Haftstrafe läuft bereits bis 2027
Die juristische Grundlage für die Anklage ist das nationale Sicherheitsgesetz, das nach den Massenprotesten von 2019 in Hongkong eingeführt wurde. China setzte das Gesetz trotz scharfer internationaler Kritik durch. Nach Darstellung Pekings soll es gegen Abspaltung, Subversion, Terrorismus und ausländische Einmischung vorgehen.
Quelle: ORF