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Politik5. November 2026, 07:01 Uhr · von Redaktion

Frankreich drohen neue Streiks

In Frankreich rufen die wichtigsten Gewerkschaften heute zu landesweiten Streiks und Demonstrationen auf. Betroffen sind unter anderem Verkehr, Schulen, Kliniken und die Flugsicherung, während sich auch Schüler, Studierende und Gelbwesten anschließen wollen.

Frankreich drohen neue Streiks

Nach Wochen mit Massenprotesten steht Frankreich vor einem neuen landesweiten Aktionstag: Die wichtigsten Gewerkschaften haben für heute zu Streiks und Demonstrationen aufgerufen. Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach höheren Löhnen, dem Erhalt des öffentlichen Dienstes, mehr Beschäftigung und mehr Steuergerechtigkeit. Auch Eisenbahner-Gewerkschaften rufen ihre Mitglieder zum Ausstand auf.

Druck auf Regierung wächst

Besonders offensiv tritt die linke Gewerkschaft CGT auf. Ihre Generalsekretärin Sophie Binet verlangt eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns um zehn Prozent auf etwas mehr als 2.000 Euro brutto. Aus Sicht der CGT würde das die Kaufkraft stärken und damit auch die Wirtschaft beleben. Binet wirbt dabei für einen politischen Kurswechsel hin zu einer stärker nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik.

Streiks werden heute in mehreren zentralen Bereichen erwartet. Vor allem im Großraum Paris müssen Reisende mit Einschränkungen rechnen. Die Bahngesellschaften stellen Beeinträchtigungen im Regionalverkehr sowie leichte Störungen im Fernverkehr in Aussicht.

  • Bildung und Erziehung
  • Verkehr und Bahn
  • Flugsicherung
  • Krankenhäuser

Schüler und Studierende schließen sich an

Der Aktionstag ist Teil einer Protestwelle, die seit fast zwei Monaten anhält. Neben den Gewerkschaften wollen sich auch Schüler, Studierende und die Gelbwesten beteiligen. Ziel ist es, die unterschiedlichen Bewegungen zusammenzuführen. Für viele geht es inzwischen nicht mehr nur um Löhne oder Sozialpolitik, sondern auch um das Recht auf Demonstration.

Die Sicherheitsbehörden bereiten sich deshalb auf einen heiklen Tag vor. Innenminister Lauren Nuñez kündigte landesweit 70.000 Polizisten und Gendarmen an, darunter auch Spezialeinheiten. Nach den Gewalteskalationen der vergangenen Wochen sollen Geschäfte und öffentliche Gebäude besonders geschützt werden. Ob aus dem Streiktag eine dauerhafte neue Protestdynamik entsteht, dürfte sich schon in den nächsten Stunden zeigen.

Quelle: Tagesschau