WM-Erfolg mit bitterem Beigeschmack
Die Fifa kann die jüngste Fußball-WM als großen Erfolg verbuchen. Doch laut der Analyse wirft das Turnier unter Präsident Gianni Infantino zugleich einen dunklen Schatten auf den Fußball selbst.

Aus Sicht der Fifa war diese Weltmeisterschaft ein Volltreffer: größer, mächtiger, erfolgreicher. Für den Weltverband dürfte das Turnier damit einmal mehr in der Kategorie "beste WM aller Zeiten" landen. Vor allem für Präsident Gianni Infantino ist das ein Ergebnis, das bestens in die eigene Erzählung passt.
Die Fifa feiert, der Fußball zahlt
Doch genau hier setzt die Kritik an. Denn auch wenn das Turnier in der Logik des Verbands als Erfolg erscheint, bleibt ein unangenehmer Nachgeschmack. Der Eindruck: Die WM mag für die Fifa gewonnen worden sein, doch der Fußball hat dabei verloren. Der Glanz des Großereignisses wird von Schatten begleitet, die über das Spiel hinausreichen.
Die Bewertung fällt damit zwiespältig aus. Auf der einen Seite steht das Mammutprojekt einer noch größeren Weltmeisterschaft, das als Werk Infantinos gelesen wird. Auf der anderen Seite steht die Frage, was ein solcher Erfolg eigentlich wert ist, wenn er das Bild des Sports beschädigt.
Zwischen Triumph und Zweifel
- Die Fifa dürfte das Turnier als klaren Erfolg werten.
- Gianni Infantino kann sich in seiner Linie bestätigt sehen.
- Gleichzeitig bleiben dunkle Schatten über dem Fußball zurück.
Gerade dieser Widerspruch macht die Bilanz so brisant. Was auf Verbandsebene wie ein Triumph wirkt, erscheint aus Sicht des Sports deutlich weniger glänzend. Am Ende bleibt eine WM, die in den Büchern der Fifa als Erfolg stehen könnte – und im Gedächtnis vieler doch vor allem als Symbol dafür, wie weit sich der Spitzenfußball von seinem Kern entfernt hat.