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Sport21. Juli 2026, 11:01 Uhr · von Redaktion

Wie Ascona Minigolf erfand

In Ascona im Tessin eröffneten am 19. März 1954 laut mehreren Quellen die ersten normierten Minigolfbahnen der Welt. Der von Paul Bongni entwickelte Standard machte die Schweiz zum "Mutterland des Minigolfs".

Wie Ascona Minigolf erfand

Die Schweiz darf sich beim Minigolf einen besonderen Platz in der Sportgeschichte sichern: In Ascona TI sollen laut verschiedenen Quellen die ersten normierten Minigolfbahnen der Welt entstanden sein. Eröffnet wurde die Anlage an der Via Circonvallazione am 19. März 1954 durch den Gartenarchitekten Paul Bongni, der eigene Bahnen und Hindernisse entwickelte und patentieren liess.

Das Besondere an Bongnis Konzept: Die Bahnen waren wetterfest, sauber bespielbar und damit alltagstauglich für ein breites Publikum. Zeitfotos zeigen, dass dort sogar in Rock und Bluse oder mit Anzug und Krawatte gespielt wurde. Bongni legte zudem grossen Wert darauf, dass geübte Spielerinnen und Spieler jede Bahn theoretisch mit nur einem Schlag lösen können.

Rasanter Aufstieg aus dem Tessin

Das einfache Regelwerk half dem neuen Freizeitvergnügen schnell auf die Sprünge. Ziel ist es, den Ball mit einem Putter in möglichst wenigen Schlägen ins Loch zu bringen. Wer es nach sechs Versuchen nicht schafft, bekommt sieben Punkte und zieht weiter. Schon Ende 1954 gab es in der Schweiz 18 Anlagen nach dem Bongni-Standard – ein Grund, warum das Land bis heute als «Mutterland des Minigolfs» gilt.

  • Eröffnung in Ascona: 19. März 1954
  • Bereits Ende 1954: 18 Anlagen in der Schweiz
  • Ende 1962: 120 Anlagen in Europa

Auch international verbreitete sich das System rasch. Dass Bongni seine Entwicklung unter dem Namen «Minigolf» patentieren liess, erleichterte den Export. Bis Ende 1962 existierten bereits 120 Anlagen in Europa, besonders in Italien, Österreich und der Schweiz.

Vom Rasenspiel zur Präzisionsbahn

Die Wurzeln des kleinen Sports reichen allerdings weiter zurück. Ohne den klassischen Golfsport wäre Minigolf kaum denkbar: Dessen Ursprünge werden in Schottland des 15. Jahrhunderts verortet. Als früher Erfinder einer miniaturisierten Form gilt Old Tom Morris, gespielt wurde damals aber meist auf Wiesen und Naturflächen. Später entstanden in den USA mit «Garden Golf» oder «Miniature Golf» weitere Varianten – oft mit fantasievollen Hindernissen wie Rampen, Windmühlen oder Rohren. Der entscheidende Schritt zur standardisierten Anlage kam jedoch aus dem Tessin.