Warum die FIFA Autokraten sucht
Ein Eingriff von Donald Trump soll bei der WM sogar eine rote Karte gekippt haben. Der Fall zeigt laut einem Podcast, wie eng die FIFA mit politischer Macht verflochten ist – auch weil Mega-Turniere in Demokratien kaum noch durchsetzbar sind.

Ein Anruf aus dem Weißen Haus – und ein sportlicher Entscheid wird zurückgedreht: Genau dieser Fall steht im Zentrum des Podcasts «Hinter der Schlagzeile». Laut dem Format wurde nach einer Intervention von Donald Trump eine rote Karte bei der Weltmeisterschaft wieder aufgehoben. Der Vorgang macht deutlich, wie stark der Weltfußballverband FIFA längst im politischen Machtfeld unterwegs ist.
Sport ist längst Machtpolitik
Im Podcast ordnen Joëlle Weil und Stefan Wyss den Vorfall als Symptom eines größeren Problems ein. Großturniere im Fußball sind demnach nicht mehr nur Sportereignisse, sondern ein politisches und wirtschaftliches Großgeschäft. Gerade weil solche Wettbewerbe enorme Kosten verursachen, stoßen sie in demokratischen Staaten oft auf Widerstand. Für Verbände wie die FIFA wird es dadurch immer schwerer, Austragungsorte in basisdemokratischen Systemen zu finden.
Stefan Wyss aus der CH-Media-Sportredaktion sagt, eine Weltmeisterschaft sei theoretisch zwar auch in demokratischen Ländern möglich, praktisch aber heute kaum noch durchzubringen. Das erkläre, warum sich Verbände verstärkt Staaten zuwenden, in denen Großprojekte ohne breite politische Gegenwehr umgesetzt werden können. Dort lassen sich etwa Stadionbauten leichter realisieren.
Die Logik hinter der Nähe zur Macht
Aus dieser Entwicklung ergibt sich laut Podcast eine enge Verbindung zwischen FIFA-Spitze und Staatsführungen. Wer ein Turnier in dieser Größenordnung organisieren will, braucht politische Rückendeckung – und sucht sie offenbar auch dort, wo Macht besonders konzentriert ist. Die entscheidenden Punkte im Überblick:
- Sportliche Großanlässe sind politisch aufgeladen.
- Demokratische Länder lehnen teure Events oft eher ab.
- Autokratisch regierte Staaten können Projekte leichter durchsetzen.
- Das verstärkt die Nähe der FIFA zu politischen Machthabern.
Der Fall um die aufgehobene rote Karte wirft deshalb größere Fragen auf als nur die nach einer einzelnen Entscheidung auf dem Platz. Wo endet der Einfluss des Verbandes, wenn Staaten mitmischen? Und wer profitiert am Ende mehr von dieser Allianz – die Politik oder der Weltfußball? Genau diese Verflechtung zwischen FIFA, Macht und Weltpolitik rückt der Podcast in den Mittelpunkt.
Foto: tagblatt