Wahlkrimi in Neuseeland
Nach der Parlamentswahl in Neuseeland liegen National Party und Labour fast gleichauf. Eine kleine Partei könnte nun mit rund 6,0 Prozent zur entscheidenden Kraft bei der Regierungsbildung werden.

Foto: New Zealand First / Wikimedia Commons, Public domain
Nach der Parlamentswahl in Neuseeland ist die Lage weiter offen: Nach Auszählung von mehr als 95 Prozent der Stimmen lagen die konservative National Party von Premier Christopher Luxon und die Labour-Partei von Chris Hipkins mit jeweils rund 29 Prozent nahezu gleichauf. Damit steuert das Land auf schwierige Koalitionsverhandlungen zu.
Luxons National Party regiert seit 2023 gemeinsam mit der rechtsliberalen ACT-Partei und der populistischen New Zealand First. Laut Hochrechnung der Wahlkommission könnte dieses Bündnis erneut auf eine knappe Mehrheit kommen. Sowohl Vertreter von National als auch von Labour betonten aber, dass der Ausgang noch nicht feststehe.
Kleine Parteien im Fokus
Besondere Aufmerksamkeit bekommt nun die Opportunity Party. Nach Angaben des Livetickers des „New Zealand Herald“ liegt sie mit 6,0 Prozent über der Fünfprozenthürde und dürfte damit erstmals ins Parlament einziehen. Mit mehreren Sitzen könnte sie bei der Regierungsbildung zur entscheidenden Kraft werden.
- National und Labour liegen fast gleichauf
- Opportunity überspringt wohl erstmals die Hürde
- Koalitionsbildung dürfte kompliziert werden
Im Mittelpunkt steht dabei Qiulae Wong, die Chefin der Opportunity Party. Die 38-Jährige gilt als politische Quereinsteigerin: Die frühere Unternehmensberaterin und Nachhaltigkeitsexpertin stieg binnen eines Jahres von einer weitgehend unbekannten Figur zur möglichen „Königsmacherin“ auf. Wong hält sich Verhandlungen mit beiden Lagern offen. Luxon hatte eine Zusammenarbeit bislang allerdings ausgeschlossen, vor allem wegen der Steuerpläne der Partei wie einer Bodensteuer und eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Wirtschaft drückt auf die Stimmung
Zur Wahl waren rund 3,8 Millionen Menschen aufgerufen. Im Wahlkampf dominierten vor allem wirtschaftliche Sorgen: hohe Lebenshaltungskosten, Inflation, steigende Arbeitslosigkeit und die Frage, wie Haushalte entlastet werden können. Auch bezahlbarer Wohnraum bleibt ein wichtiges Thema. Gerade deshalb steht die Regierung von Luxon besonders unter Druck.
Quelle: ORF