US-Daten für Kiew wieder da
Die USA liefern der Ukraine nach Angaben von Wolodymyr Selenskyj wieder Geheimdienstinformationen zur Abwehr russischer Raketen. Der ukrainische Präsident warnt zugleich vor dem jüngsten Kurs von Donald Trump gegenüber Moskau.

Foto: Francisco Anzola / Wikimedia Commons, CC BY 3.0
Die USA stellen der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wieder Geheimdienstinformationen zur Verfügung. In einem Interview mit dem US-Sender NBC sagte Selenskyj, der Austausch sei zwischenzeitlich unterbrochen gewesen, inzwischen aber wieder freigegeben. Besonders wichtig seien dabei Frühwarnhinweise zum Start ballistischer Raketen, auf die Kiew bei der Abwehr russischer Angriffe angewiesen ist.
Nach Selenskyjs Darstellung dauerte der Ausfall nur drei Tage in der vergangenen Woche. Gerade bei schnell fliegenden ballistischen Raketen seien diese Daten entscheidend, weil entsprechende Überwachungsmöglichkeiten laut Selenskyj nur das US-Militär habe. Zuvor hatten ukrainische Regierungsvertreter beklagt, dass einige russische Angriffe ohne Vorwarnung erfolgt seien.
Widerspruch aus Washington und Brüssel
Für Verwirrung sorgten in den vergangenen Tagen unterschiedliche Darstellungen. US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, Washington teile weiter Geheimdienstinformationen mit Kiew. Auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte sagte bei einem Besuch in Estland, Trump habe versichert, der Austausch sei nicht gestoppt worden. Die EU erklärte ebenfalls, ihr lägen keine Hinweise auf ein Ende der Weitergabe vor.
- Selenskyj spricht von einer kurzen Unterbrechung
- Trump bestreitet einen Stopp der Weitergabe
- NATO und EU meldeten ebenfalls keine gegenteiligen Erkenntnisse
Sorge wegen Trumps Russland-Kurs
Trotz der nun wieder laufenden Unterstützung zeigte sich Selenskyj in den Interviews deutlich besorgt über den jüngsten Kurs der US-Regierung gegenüber Moskau. Er verwies dabei auf die Aussetzung neuer Sanktionen sowie auf die Ankündigung russischer Diesellieferungen. Ein Wegfall der bisherigen Hilfe aus den USA wäre aus seiner Sicht ein schwerer Fehler mit dramatischen Folgen für die Ukraine.
Zugleich beklagte Selenskyj weitere Einschränkungen bei der ukrainischen Kriegsführung. Nach seinen Angaben ist auch die Nutzung des Starlink-Satellitennetzes weiter gedrosselt. Dadurch werde die Reichweite ukrainischer Gegenangriffe begrenzt. Für Kiew bleibt damit trotz der wieder aufgenommenen Geheimdiensthilfe die Sorge bestehen, dass sich die amerikanische Linie insgesamt zulasten der Ukraine verschieben könnte.
Quelle: Tagesschau