Trump stoppt Druck auf Moskau
US-Präsident Donald Trump setzt geplante Russland-Sanktionen aus und sorgt damit in Washington für scharfe Kritik. Beobachter sehen darin ein weiteres Signal, dass sich das Weiße Haus in der Ukraine-Frage Moskau annähert.
Donald Trump rückt in der Ukraine-Politik weiter von Kiew ab. Nachdem seine Unterstützung für die Ukraine schon lange als zögerlich galt, hat der US-Präsident nun auch geplante Sanktionen gegen Russland gestoppt. In Washington löst das heftige Reaktionen aus – nicht nur bei Demokraten, sondern auch bei konservativen Stimmen, die Trumps Kurs als strategisch und moralisch verfehlt ansehen.
Kritik aus Politik und Medien
Wie umkämpft das Thema in den USA ist, zeigte zuletzt eine Diskussion bei CNN. Dort verteidigte der demokratische Senatskandidat James Talarico weitere Hilfe für die Ukraine mit einem Verweis auf die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg: Wer einem Aggressor in Europa nicht entgegentrete, zahle am Ende einen höheren Preis. Gerade die Demokraten stehen derzeit klarer an der Seite der Ukraine, während Teile der republikanischen MAGA-Bewegung laut Bericht offen russlandfreundlich auftreten.
Trump selbst kritisierte im Gespräch mit Newsmax den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Er warf ihm vor, durch Angriffe auf Raffinerien den Ölpreis nach oben zu treiben, und unterstellte ihm fehlendes Interesse an einem Kriegsende. Parallel dazu verweisen Beobachter auf weitere Entscheidungen, die Russland entgegenkommen: Die USA kaufen wieder russischen Diesel, zudem berichteten Medien über eine Drosselung des Satellitensystems Starshield für die Ukraine. Trump weist Letzteres zurück.
"Putins bester Freund"?
Der frühere Diplomat Richard Haass sieht in dem Sanktionsstopp kein Einzelereignis, sondern Teil eines Musters der vergangenen anderthalb Jahre: Schritte zugunsten Russlands, während die Ukraine geschwächt werde. Auch andere Kritiker finden deutliche Worte. Historikerin Anne Applebaum wertet Trumps Vorgehen als Versuch, die Ukraine zur Kapitulation zu drängen. Der Historiker Phillips O'Brien nennt ihn sogar „Putins bester Freund“.
- Sanktionen gegen Russland wurden ausgesetzt
- Die USA kaufen wieder russischen Diesel
- Berichte über Einschränkungen bei Starshield sorgen zusätzlich für Streit
Auch aus konservativen Medien kommt Gegenwind: Das Wall Street Journal spricht von einem moralischen und strategischen Fehler. Damit wächst der Druck auf Trump im eigenen Land – denn seine Russland-Politik wird inzwischen nicht nur als außenpolitischer Kurswechsel, sondern als offenes Signal an den Kreml verstanden.
Quelle: Tagesschau