Trump drängt sich in WM-Show
Die WM in Nordamerika setzte mit 48 Teams und 104 Spielen neue Maßstäbe. Doch in den USA sorgte vor allem Donald Trump für Schlagzeilen – mit Buh-Rufen im Stadion und umstrittener Einmischung.

Die Fußball-WM in Nordamerika war sportlich ein Megaevent: 48 Teams, 104 Spiele, volle Stadien und neue TV-Bestwerte in den USA. Vor allem dort zeigte das Turnier, wie sehr Fußball inzwischen auch ein breites Publikum erreicht. Was lange eher als Nischensport galt, rückte für die Dauer der WM spürbar in den Mainstream.
Finale mit Buh-Rufen für Trump
Beim Endspiel stand plötzlich nicht nur der neue Weltmeister im Fokus, sondern auch Donald Trump. Es war das einzige WM-Spiel, das der US-Präsident besuchte. Auf den Stadionleinwänden wurde er lautstark ausgebuht. Trotzdem suchte Trump sichtbar die große Bühne: Bei der Siegerehrung überreichte er gemeinsam mit Fifa-Präsident Gianni Infantino die Medaillen an Spanien und Argentinien. Mexiko und Kanada als Mitgastgeber blieben mit ihren Regierungschefs eher im Hintergrund. Nach der Pokalübergabe musste Infantino Trump sogar daran erinnern, dass nun der Weltmeister im Mittelpunkt stehen sollte.
Politik überschattet den Sport
Noch brisanter war Trumps Rolle während des Turniers. Für Aufsehen sorgte sein Eingreifen im Fall des gesperrten US-Stürmers Folarin Balogun. Trump machte öffentlich damit Werbung, dass er bei Infantino interveniert habe und die Sperre nach einem Platzverweis aufgehoben worden sei. Der Vorgang löste einen politischen Skandal aus, weil er den Eindruck verstärkte, dass der Präsident direkt in sportliche Abläufe eingreift.
- Die USA schieden im Achtelfinale gegen Belgien aus.
- Balogun sprach später von zusätzlichem Druck im Team.
- Die Debatte lenkte die Aufmerksamkeit vom Sport auf die Politik.
Sportlich zahlte sich das alles für die Gastgeber nicht aus. Die USA verloren ihr Achtelfinale deutlich und verabschiedeten sich früh aus dem Turnier. Balogun äußerte später selbst, die Diskussion um Trumps Einmischung habe die Stimmung in der Mannschaft belastet und den Druck deutlich erhöht.
Trotzdem bleibt die WM aus Sicht der Gastgeber ein Erfolg. Die USA bewiesen, dass sie ein Turnier dieser Größe stemmen und ein riesiges Publikum für Fußball begeistern können. Gleichzeitig wurde aber klar: Unter Donald Trump lassen sich Sport und Politik kaum noch sauber voneinander trennen.