Toter nach Drohnenalarm
Nach russischen Angaben hat die Ukraine erneut Ziele in der Region St. Petersburg mit Drohnen attackiert. Behörden melden einen Toten, 15 Verletzte und Brände an Ölanlagen, Industriehallen und einem Logistikzentrum.

Foto: Florstein ( Telegram: WikiPhoto.Space ) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
In der Region St. Petersburg hat es nach russischen Angaben erneut schwere ukrainische Drohnenangriffe gegeben. Laut Gouverneur Alexander Beglow kam dabei ein Mensch ums Leben, 15 weitere wurden verletzt. Betroffen waren demnach ein Ölterminal im Hafen, ein Öllager, mehrere Industriehallen und ein Logistikzentrum des Online-Händlers Ozon, in denen Feuer ausbrach.
Auch das Internetunternehmen VK meldete einen Angriff auf sein Rechenzentrum. Der Betrieb laufe aber weiter. Nach Behördenangaben wurden in der Region 126 Drohnen abgefangen. Trotzdem stürzten Trümmer auf Wohnhäuser, Autos und Stromleitungen. In mehreren Bereichen fiel deshalb der Strom aus. Der Flughafen von St. Petersburg stellte seinen Betrieb laut der russischen Nachrichtenagentur Tass zeitweise ein.
Brände, Ausfälle, offene Schadensbilanz
Wie groß die Schäden insgesamt sind, ist bislang unklar. Das russische Verteidigungsministerium erklärte zudem, in der Nacht seien landesweit 1.015 ukrainische Drohnen über verschiedenen Regionen abgeschossen worden. Aus Moskau kam daraufhin eine scharfe Reaktion: Kremlsprecher Dmitri Peskow kündigte laut Tass an, Russland werde weiter mit groß angelegten Angriffen auf die Ukraine antworten.
- 1 Toter und 15 Verletzte laut russischen Behörden
- Brände an Ölanlagen, Industriehallen und einem Logistikzentrum
- 126 abgefangene Drohnen in der Region St. Petersburg
- Zeitweilige Unterbrechung am Flughafen
Auch die Ukraine meldet Tote
Gleichzeitig berichtet auch die Ukraine von massivem Beschuss. Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, den Energie-, Öl- und Gassektor seines Landes seit Tagen gezielt anzugreifen. Zuletzt seien Umspannwerke in den Regionen Winnyzja, Schytomyr, Chmelnyzkyj und Odessa getroffen worden. Von einer angeblichen Feuerpause für Energie-Infrastruktur, die US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, ist nach Angaben aus dem Bericht weiter nichts zu spüren.
Bei russischen Angriffen auf die ukrainischen Städte Saporischschja und Poltawa wurden nach ukrainischen Angaben zudem mehrere Menschen getötet oder verletzt. Die wechselseitigen Attacken zeigen damit einmal mehr, dass sich der Krieg längst nicht auf die Frontlinien beschränkt, sondern auch Infrastruktur und Städte auf beiden Seiten trifft.
Quelle: Tagesschau