Frankreich versinkt im Chaos
Bei landesweiten Protesten in Frankreich ist es zu massiven Ausschreitungen gekommen. Nach Regierungsangaben wurden rund 550.000 Menschen gezählt, 1.800 Festnahmen gemeldet und 500 Einsatzkräfte verletzt.

Foto: Wikimedia Commons / Photo Claude TRUONG-NGOC, CC BY-SA 3.0
Landesweite Proteste gegen soziale Belastungen und hohe Lebenshaltungskosten sind in Frankreich am Samstag von massiver Gewalt überschattet worden. Nach Regierungsangaben gingen rund 550.000 Menschen auf die Straße, die Gewerkschaft CGT sprach sogar von 800.000 Teilnehmern. Während viele Demonstrierende friedlich blieben, eskalierte die Lage in mehreren Großstädten.
Brände, Plünderungen, Festnahmen
Besonders in Paris, Lyon und Marseille kam es zu schweren Krawallen. Vermummte griffen laut Behörden Polizeistationen an, plünderten Geschäfte und legten Feuer. Die Regierung meldete 1.800 Festnahmen; zudem wurden etwa 500 Polizisten und Feuerwehrleute verletzt. In Paris seien Straßen nach Angaben des Bürgermeisters regelrecht systematisch zerstört worden. Die Polizei setzte dort mehrfach Tränengas und Wasserwerfer ein.
- Regierung: rund 550.000 Demonstrierende
- CGT: rund 800.000 Teilnehmer
- 1.800 Festnahmen
- 500 verletzte Einsatzkräfte
Premierminister Sébastien Lecornu sprach von einem erschreckenden Ausmaß der Gewalt. Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Ausschreitungen scharf und kündigte ein hartes Vorgehen gegen Plünderer und Gewalttäter an. Nach seinen Worten habe Gewalt in der Republik keinen Platz.
Wer steckt hinter der Eskalation?
Nach Darstellung der Regierung muss zwischen den vielen friedlichen Protestierenden und einer deutlich kleineren Gruppe gewaltbereiter Randalierer unterschieden werden. Diese werden in Paris unter anderem dem linksradikalen Spektrum, dem sogenannten schwarzen Block, zugerechnet. Hinzu kämen laut Lecornu Gruppen, die gezielt plündern und zerstören wollten. Aus Paris und Marseille wurde zugleich Kritik an den Polizeiführungen laut: Die Behörden hätten das Ausmaß der Lage unterschätzt, die Einsatzkräfte seien teils überfordert gewesen.
Auch in Lyon wurden schwere Schäden gemeldet, dort brannte unter anderem ein Tourismusbüro. Die Bilder von verwüsteten Innenstädten, brennenden Gebäuden und demolierten Fahrzeugen dürften Frankreich noch lange beschäftigen.
Quelle: Tagesschau