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Politik28. Juli 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Suu Kyis Familie schlägt Alarm

In Myanmar weiß selbst die Familie nicht, wo Aung San Suu Kyi nach ihrer Verlegung aus der Haft festgehalten wird. Ihr Sohn fordert ein Lebenszeichen, während das Land fünf Jahre nach dem Militärputsch weiter in Gewalt und Angst versinkt.

Suu Kyis Familie schlägt Alarm

Die Sorge um Aung San Suu Kyi wächst: In Myanmar ist die frühere Regierungschefin laut Staatsfernsehen Ende April aus dem Gefängnis in Naypyidaw an einen anderen Ort gebracht worden. Doch die Militärjunta hält sich mit Details zurück. Weder Anwälte noch Berater, nicht einmal ihre Familie wissen, wo die 81-Jährige derzeit festgehalten wird – und ob sie überhaupt noch lebt.

Besonders dramatisch ist die Lage für ihren Sohn Kim Aris. Er erklärte im Gespräch mit dem ARD-Studio Singapur, die vergangenen fünf Jahre seien die schwersten seines Lebens gewesen. Das letzte Gespräch mit seiner Mutter liegt demnach mehr als fünf Jahre zurück – wenige Tage vor dem Militärputsch. Seitdem gibt es für ihn keinen direkten Kontakt mehr, kein Treffen und offenbar auch kein verlässliches Lebenszeichen.

Fünf Jahre nach dem Putsch

Mit dem Umsturz von 2021 hatte das Militär die gewählte Regierung entmachtet und die Führung um Suu Kyi festsetzen lassen. Seitdem steckt Myanmar in einem blutigen Konflikt. Nach Angaben im Bericht kamen bereits rund 100.000 Menschen ums Leben, Millionen mussten fliehen. Eine umstrittene Wahl zu Jahresbeginn sollte die Machtübernahme der Generäle nachträglich absichern.

  • Militärputsch in Myanmar: 2021
  • Aung San Suu Kyi seitdem in Haft
  • Ende April Verlegung an einen unbekannten Ort
  • Familie und Anwälte ohne Zugang

Berichte über Haft und Gewalt

Wie hart die Junta gegen Kritiker vorgeht, zeigt auch der Bericht einer ehemaligen politischen Gefangenen, die erst vor Kurzem freikam. Die Frau schilderte Misshandlungen während der Verhöre und unmenschliche Haftbedingungen. Nach eigenen Angaben lebte sie auf weniger als einem Quadratmeter, ohne Matratze und ohne Kissen. Aus Sicherheitsgründen wurde ihr Name nicht genannt.

Für Suu Kyis Familie verschärft all das die Angst. Solange die Junta keine klaren Angaben macht, bleibt offen, in welchem Zustand die Friedensnobelpreisträgerin ist – und wo sie sich überhaupt befindet.

Foto: Wikimedia Commons / Chainwit., CC BY-SA 4.0