Sudan-Treffen endet im Leerlauf
Bei den Sudan-Gesprächen in Genf waren UNO, EU, Afrikanische Union und Großmächte dabei. Doch ohne die beiden Kriegsparteien blieb der Versuch, das Blutvergießen zu stoppen, weitgehend ohne Ergebnis.

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Große Runde, kleines Resultat: Die Gespräche zum Sudan in Genf sollten Bewegung in einen der brutalsten Konflikte der Gegenwart bringen. Vertreter der wichtigsten Länder der Region, die fünf UNO-Vetomächte, die Afrikanische Union, die EU und die Arabische Liga saßen mit am Tisch. Am Ende blieb laut UNO-Beauftragtem Pekka Haavisto aber nur ein sehr begrenzter Fortschritt angesichts der dramatischen Lage im Land.
Die Kriegsparteien fehlten
Das zentrale Problem war von Beginn an offensichtlich: Weder die sudanesische Armee noch die paramilitärische RSF nahmen an dem Treffen teil. Genau diese beiden Seiten führen seit April 2023 den Krieg gegeneinander und setzen dem Eindruck nach weiter auf militärische Vorteile statt auf Verhandlungen. Damit fehlten ausgerechnet jene Akteure, ohne die ein Waffenstillstand kaum mehr als eine Hoffnung bleibt.
Die Folgen des Kriegs sind verheerend. Nach den im Bericht genannten Zahlen wurden weit über 150'000 Menschen getötet, mehr als 14 Millionen vertrieben. Über 30 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Während weiter Geld in Waffen fließt, fehlt es vielen Menschen an Nahrung und medizinischer Versorgung. Die UNO spricht von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit.
Viele Initiativen, keine gemeinsame Linie
Der Genfer Anlauf war nicht der erste Versuch, das Töten zu stoppen. Eher im Gegenteil: Es gibt bereits zahlreiche diplomatische Prozesse, die laut Bericht jedoch oft nebeneinander laufen, sich teils widersprechen und schlecht koordiniert sind. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Einige Staaten, die an solchen Friedensbemühungen beteiligt sind, unterstützen zugleich eine der Kriegsparteien und tragen damit zur Eskalation bei.
- Teilnehmer: Regionale Staaten, UNO-Vetomächte, EU, AU, Arabische Liga
- Nicht dabei: sudanesische Armee und RSF
- Ergebnis: keine gemeinsame Erklärung, kein klarer Durchbruch
Der Schweizer Diplomat Tim Enderlin hatte gefordert, die verschiedenen Initiativen besser zu bündeln und wirksamer zu machen. Genau das gelang in Genf aber nicht. Statt konkreter Lösungen blieb vor allem Frust. Trotzdem zeigt der Versuch auch: Angesichts des massiven Leids ist Nichtstun keine ernsthafte Alternative.
Quelle: SRF