Sprengkopf an Strand-Drohne
Nahe der polnischen Ostseeküste ist eine russische Drohne mit Sprengsatz geborgen worden. Die Behörden prüfen nun, ob der Fund bei Rusinowo mit einem weiteren Drohnenvorfall in Litauen zusammenhängt.

Foto: Wikimedia Commons / Jakub Hałun, CC BY-SA 4.0
Der Fund an Polens Ostseeküste sorgt für neue Alarmbereitschaft: Eine nahe dem Badeort Rusinowo entdeckte russische Drohne war nach Angaben der Ermittler mit einem Splittersprengkopf samt Zünder ausgerüstet. Spezialkräfte der Armee trennten den Sprengsatz noch am Strand vom Fluggerät und machten ihn unschädlich.
Die Drohne war bereits am Montag in Westpommern geborgen worden. Laut Staatsanwaltschaft in Poznan handelt es sich um ein unbemanntes Fluggerät vom russischen Typ Gerbera-2. Das Gerät soll nun auf einem Militärgelände weiter untersucht werden, um mehr über Herkunft, Flugroute und Einsatz zu klären.
Spur führt womöglich über Litauen
Parallel dazu prüfen die polnischen Behörden einen möglichen Zusammenhang mit einem weiteren Zwischenfall im Nachbarland Litauen. Dort war in der Nacht auf gestern eine russische Kampfdrohne in den Luftraum eingedrungen und abgeschossen worden. Auch dieses Fluggerät war laut litauischem Verteidigungsministerium mit einer Sprengladung versehen.
Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz hält es für möglich, dass die an der polnischen Küste gefundene Drohne ebenfalls über Litauen geflogen ist. Demnach könnte sie nach Versuchen, sie unschädlich zu machen, die litauische Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad passiert haben und anschließend wohl über der Ostsee unterwegs gewesen sein.
Gemeinsame Aufklärung geplant
Polen und Litauen wollen die beiden Vorfälle nun gemeinsam aufarbeiten. Im Fokus stehen dabei vor allem diese Fragen:
- Welche Route nahm die in Polen gefundene Drohne?
- Gibt es eine direkte Verbindung zum Abschuss in Litauen?
- Was lässt sich bei der weiteren Untersuchung des Fluggeräts noch feststellen?
Fest steht bislang: In beiden Fällen geht es um russische Drohnen mit Sprengladung. Dass ein solcher Fund an einem Strand in Küstennähe entschärft werden musste, verleiht dem Vorfall zusätzliches Gewicht.
Quelle: ORF