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Musik & Film11. August 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

Spotify markiert KI-Acts

Spotify führt ab kommendem Monat das Label „KI-Personas“ ein. KI-generierte Künstlerprofile sollen gekennzeichnet, aus personalisierten Empfehlungen ausgeschlossen und teils von der Plattform entfernt werden.

Spotify markiert KI-Acts

Spotify zieht die Zügel bei künstlich erzeugten Künstleridentitäten an: Ab dem kommenden Monat kennzeichnet die Streamingplattform solche Profile und Titel in Playlists mit dem Hinweis „KI-Personas“. Damit will der Dienst klarer trennen, welche Acts auf echten Interpretinnen und Interpreten beruhen – und welche vollständig künstlich erstellt wurden.

Besonders wichtig: Diese KI-Personas sollen standardmäßig nicht mehr in personalisierten Empfehlungen auftauchen. Spotify reagiert damit auf die Sorge, dass reale Musikschaffende durch künstliche Konkurrenz Streams verlieren. Nach Angaben des Unternehmens sei Vertrauen die Grundlage zwischen Künstlern und Publikum – und genau dieses Vertrauen werde im Zeitalter generativer KI immer wichtiger.

Millionen Songs schon entfernt

Dass das Thema längst kein Randphänomen mehr ist, zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Spotify hatte damals mitgeteilt, innerhalb von zwölf Monaten 75 Millionen Spamtitel gelöscht zu haben. Zum Vergleich: Der reguläre Katalog der Plattform umfasst rund 100 Millionen Songs. Hintergrund war eine massive Welle gefälschter Musik, die mit KI-Werkzeugen erzeugt worden war.

Künftig sollen Musikschaffende zwar selbst angeben können, ob ihre Identität künstlich erstellt wurde. Auf diese Selbstauskunft allein will sich Spotify aber nicht verlassen. Geplant ist eine Kombination aus manuellen Kontrollen und KI-gestützten Prüfwerkzeugen.

Debatte um Fake-Band als Warnsignal

Spotify verweist auch auf die Reaktion vieler Nutzerinnen und Nutzer: Sie störten sich daran, wenn ein Künstlerprofil zunächst menschlich wirke, sich später aber als reine KI-Figur entpuppe. Ein viel diskutierter Fall war im vergangenen Jahr die angebliche US-Rockband The Velvet Sundown, deren Social-Media-Kanäle den Fake schließlich selbst bestätigten.

  • Label für KI-Künstlerprofile ab kommendem Monat
  • Ausschluss aus personalisierten Empfehlungen
  • Prüfung durch Selbstauskunft, manuelle Kontrollen und KI-Tools

Die neue Kennzeichnung ist damit nicht nur ein Hinweis für Hörerinnen und Hörer, sondern auch ein Signal an die Branche: Bei Spotify sollen künstliche Musikfiguren künftig sichtbarer – und in manchen Fällen auch aussortiert – werden.