Schweizer Klubs unter Druck
Für Thun, St. Gallen, Sion, Lugano und Vaduz beginnt die Europacup-Saison mit richtungsweisenden Quali-Spielen. Die Schweiz braucht dringend Punkte, liegt in der Uefa-Fünfjahreswertung aber weiter nur auf Rang 16.

Für die Schweizer Europacup-Teams startet die neue Saison gleich mit maximalem Druck. FC Thun eröffnet die internationale Woche am Dienstagabend um 20 Uhr mit dem Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen Dinamo Zagreb. Die Stockhorn-Arena ist ausverkauft, die Vorfreude riesig – obwohl der Meister nach Trainerwechsel und mehreren prominenten Abgängen mitten im Umbruch steckt.
Trotzdem ist die Stimmung in Thun positiv. Der Titelgewinn wirkt nach, auch bei den Fans: Laut Bericht wurden doppelt so viele Saisonabos verkauft wie im Vorjahr. Die Europacup-Abende sind für Klub und Umfeld ein seltenes Highlight. Sportlich wartet aber direkt ein echter Härtetest auf die Mannschaft von Gian-Luca Privitelli.
St. Gallen vor Benfica, weitere Klubs folgen
Am Donnerstag steigt dann auch der FC St. Gallen ein – und bekommt es in der Europa-League-Qualifikation mit Benfica Lissabon zu tun. Noch vor dem ersten Ligaspieltag sind zudem drei weitere Schweizer Vertreter gefragt. In der Conference League tritt Sion bei Bate Borissow an, Lugano empfängt Dukagjini und Vaduz spielt gegen Atletic Club d'Escalades.
- Thun – Dinamo Zagreb, Dienstag, 20 Uhr
- St. Gallen – Benfica Lissabon, Donnerstag, 20 Uhr
- Sion bei Bate Borissow, Donnerstag, 19 Uhr
- Lugano – Dukagjini, Donnerstag, 20.30 Uhr
- Vaduz – Atletic Club d'Escalades, Donnerstag, 19.30 Uhr
Alle Super-League-Klubs müssen drei Quali-Runden überstehen, um die Ligaphase zu erreichen. Auf dem Papier haben Thun und St. Gallen die schwersten Aufgaben. Immerhin verfügen sie über ein Sicherheitsnetz: Selbst bei einem Scheitern könnten sie noch in einem tieferen Wettbewerb weitermachen.
Die Fünfjahreswertung wird zum Problem
Der Hintergrund ist klar: Die Schweiz braucht dringend Erfolge in Europa. Vor zwei Jahren ging der fünfte Europacup-Platz verloren, wodurch der nationale Meister nicht mehr erst in den Playoffs der Champions League einsteigt. In der aktuellen Uefa-Fünfjahreswertung steht die Schweiz zwar weiter auf Rang 16, der Rückstand auf Platz 15 beträgt aber mehr als 4,5 Punkte. Zusätzlich schmerzt, dass 7,750 Zähler aus der Saison 2021/22 gestrichen wurden. Weil mit YB und dem FC Basel zwei zuletzt besonders punktstarke Klubs diesmal fehlen, wird die Aufgabe für die verbliebenen Schweizer Vertreter kaum leichter.
Foto: bote_ch