Rassismus-Eklat um Mbappé
Nach rassistischen Attacken einer paraguayischen Senatorin will der französische Fußballverband rechtlich gegen die Politikerin vorgehen. Kylian Mbappé bekam Rückendeckung von Verband, Regierung und Präsident Macron.

Der Streit um Kylian Mbappé geht weit über den Fußball hinaus: Nach massiven Beleidigungen durch die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla de Boccia will der französische Fußballverband Anzeige erstatten. Der Verband kündigte an, die Aussagen bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige zu bringen. Frankreichs Verbandschef Philippe Diallo sprach von inakzeptablen und strafbaren Äußerungen.
Auslöser war das Achtelfinale
Hintergrund ist das WM-Achtelfinale zwischen Paraguay und Frankreich, das Frankreich mit 1:0 gewann. Nach der emotionalen Partie in Philadelphia wurde Mbappé in sozialen Medien von der Senatorin heftig attackiert. Laut Bericht beschimpfte sie den Stürmer nicht nur persönlich, sondern äußerte sich auch mehrfach rassistisch und diskriminierend über seine Herkunft und seine Person.
Die aufgeheizte Stimmung hatte sich schon auf dem Platz angedeutet. Mbappé war während des Spiels hart bearbeitet worden. Nach dem Abpfiff verweigerte er Paraguays Torhüter Orlando Gill den Handschlag und sorgte mit einer provozierenden Geste zusätzlich für Diskussionen.
Rückendeckung bis aus dem Élysée
Mbappé reagierte selbst öffentlich auf die Angriffe und verurteilte Hass und Rassismus klar. Zugleich machte er deutlich, dass die Politikerin aus seiner Sicht nicht für jenes Paraguay stehe, das bei der Weltmeisterschaft Leidenschaft und Ehre gezeigt habe. Auch der französische Verband stellte sich demonstrativ hinter seinen Kapitän und betonte, die Attacken richteten sich nicht nur gegen den Spieler, sondern gegen ganz Frankreich.
- Frankreichs Verband will juristisch gegen die Senatorin vorgehen.
- Emmanuel Macron und weitere Politiker stellten sich hinter Mbappé.
- Auch Paraguays Regierung distanzierte sich formell von den Aussagen.
Die Solidarität reicht damit bis in die höchste politische Ebene. Präsident Macron lobte Mbappés Umgang mit der Situation, auch Sportministerin Marina Ferrari verurteilte die Tirade scharf. Aus einem hitzigen K.o.-Spiel ist so ein internationaler Polit- und Rassismus-Eklat geworden.