Nyland zockt um England-Deal
Norwegens Keeper Ørjan Nyland wurde beim 2:1 gegen Brasilien zum WM-Helden. Der 35-Jährige ist seit dem 1. Juli ohne Verein und könnte sich mit seinen Paraden nun für einen neuen Klub empfehlen.

Ørjan Nyland hat Norwegen bei der WM 2026 ein Stück Fussballgeschichte gesichert – und das ausgerechnet in einer Phase ohne Klub. Beim 2:1 gegen Brasilien im Achtelfinal war der 35 Jahre alte Torhüter einer der entscheidenden Faktoren dafür, dass Norwegen erstmals überhaupt in einen WM-Viertelfinal einzog. Vor allem seine Paraden liessen die Brasilianer immer wieder verzweifeln.
Elfmeter gehalten, Sensation festgehalten
Schon früh setzte Nyland ein Zeichen: In der 14. Minute entschärfte er einen Elfmeter von Bruno Guimaraes. Danach folgte ein Auftritt, der immer spektakulärer wurde. Immer wieder war Norwegens Nummer eins zur Stelle, wenn Brasilien Druck machte. Besonders auffällig: In der 85. Minute lenkte er nach einer missglückten Bogenlampe aus der eigenen Abwehr den Ball mit einer starken Rettungsaktion noch an den Pfosten.
Dass ausgerechnet Nyland bei diesem Turnier glänzt, hat eine besondere Pointe. Seit dem 1. Juli ist er vereinslos, nachdem sein Vertrag beim FC Sevilla ausgelaufen und nicht verlängert worden war. In Spanien hatte er sich nach schwierigen Jahren bei mehreren Klubs zunächst wieder als Stammtorhüter etabliert, verlor in der vergangenen Saison aber seinen Platz und kam nur noch auf fünf Pflichtspiele.
Vom U21-Märchen zur späten WM-Bühne
Nylands Name ist in Norwegen allerdings schon lange bekannt. Sein Durchbruch gelang bei der U21-EM 2013 in Israel, obwohl er zuvor nicht als klare Lösung im Tor galt. In den Playoffs gegen Frankreich überzeugte er, später erreichte Norwegen als Halbfinalist überraschend die Endrunde-Toprunde und Nyland wurde sogar vom „Guardian“ in die Elf des Turniers gewählt.
- 35 Jahre alt
- Seit September 2021 Norwegens Stammtorhüter
- Zuletzt beim FC Sevilla unter Vertrag
- Seit Anfang Juli ohne Verein
Im Nationalteam ist sein Status ohnehin klar: Seit Jahren vertraut man auf ihn, obwohl mit Egil Selvik bei Watford ein weiterer Torhüter mit Stammplatz im Klub bereitsteht. Gegen Brasilien zeigte Nyland eindrucksvoll, warum er trotzdem gesetzt ist. Und vielleicht war dieser Abend nicht nur historisch für Norwegen – sondern auch ein Bewerbungsschreiben Richtung Premier League.
Foto: aargauerzeitung