Neuseeland zittert ums Ergebnis
Bei der Parlamentswahl in Neuseeland liegen Regierungspartei und Labour mit jeweils rund 29 Prozent fast gleichauf. Welche Koalition am Ende regiert, dürfte nun von kleineren Parteien abhängen.

Foto: Wikimedia Commons / Office of the Governor-General (New Zealand), CC BY-SA 4.0
Neuseeland steht nach der Parlamentswahl vor einer offenen Machtfrage: Die Nationalpartei von Premier Christopher Luxon und Labour unter Chris Hipkins liegen nach Auszählung aller Stimmen praktisch Kopf an Kopf. Nach den vorläufigen Zahlen der Wahlbehörde kommen beide großen Lager auf jeweils rund 29 Prozent. Die Nationalpartei liegt dabei nur um wenige Tausend Stimmen vorn.
Entsprechend vorsichtig fielen die ersten Reaktionen aus. Luxon sieht für seine Partei zwar die Möglichkeit, erneut die Regierung zu stellen. Auch Hipkins machte deutlich, dass das knappe Resultat noch viele Fragen offenlässt. Klar ist bereits jetzt: Keine der beiden großen Parteien kann allein regieren. Entscheidend wird deshalb, wer bei den kleineren Kräften genug Unterstützung organisiert.
Kleine Parteien werden zum Zünglein an der Waage
Für das bisherige Regierungslager gibt es rechnerisch weiter eine knappe Option. Nach der Wahl vor drei Jahren hatte Luxon mit New Zealand First und der libertären ACT koaliert. Zusammen käme dieses Bündnis laut vorläufigem Ergebnis auf 67 von 130 Sitzen im Parlament — also gerade genug für eine Fortsetzung.
- Nationalpartei und Labour: jeweils rund 29 Prozent
- Bisheriges Regierungsbündnis: 67 Sitze
- Parlament insgesamt: 130 Sitze
Auch Labour blickt auf mehrere Partner
Die Labour-Partei selbst würde auf 35 Mandate kommen und setzt auf mögliche Unterstützung durch die Grünen mit 16 Sitzen sowie Te Pati Maori, die voraussichtlich fünf Abgeordnete stellt. Zusätzlich rückt noch eine weitere Kraft in den Fokus: die liberale Opportunity-Partei. Sie hat den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft und dürfte mit sieben Sitzen ins Parlament einziehen.
Brisant dabei: Parteichefin Qiulae Wong hatte schon vor der Wahl Bereitschaft zur Zusammenarbeit sowohl mit National als auch mit Labour signalisiert. Luxon wiederum hatte eine Kooperation mit ihr ausgeschlossen. Damit ist das Rennen um die nächste Regierung zwar rechnerisch eingegrenzt — politisch aber noch längst nicht entschieden.
Quelle: Tagesschau