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Politik7. November 2026, 19:03 Uhr · von Redaktion

Aigner vor dem Sprung nach oben

Ilse Aigner gilt als Favoritin für das höchste Staatsamt in Deutschland. Die 61-Jährige bringt Erfahrung aus Bundes- und Landespolitik mit und hat schon mehrere Krisen im Ministeramt überstanden.

Aigner vor dem Sprung nach oben

Ilse Aigner könnte bald politische Geschichte schreiben: Die CSU-Politikerin hat beste Aussichten, die erste Bundespräsidentin Deutschlands zu werden. Obwohl sie auf Bundes- und Landesebene schon viele wichtige Ämter bekleidet hat, stand sie lange eher nicht im grellsten Scheinwerferlicht. Gerade das macht ihr Profil aus: bürgernah, pragmatisch und mit dem Ruf, auch in schwierigen Lagen handlungsfähig zu bleiben.

Erfahrung aus Krisenzeiten

Besonders prägend war ihre Zeit als Bundesverbraucherschutzministerin ab 2008 im Kabinett Merkel. Kaum im Amt, musste sie eine Serie von Lebensmittelskandalen bewältigen. Dazu gehörten unter anderem EHEC auf Sprossen, Dioxin in Eiern und Pferdefleisch in Lasagne. Aigner verhandelte auf EU-Ebene, kümmerte sich um Konsequenzen und regelte Ausgleichszahlungen für Bauern. Trotz Kritik aus der Opposition überstand sie diese Phase politisch unbeschadet.

  • 2008: Start als Bundesverbraucherschutzministerin
  • Mehrere Lebensmittelskandale in kurzer Folge
  • Verhandlungen auf EU-Ebene und Hilfen für Bauern

Auch abseits großer Krisen setzte Aigner auf einen alltagsnahen Stil. Ihre Haltung wirkte oft bewusst bodenständig, etwa wenn sie bei Lebensmittelverschwendung ganz praktische Küchentipps gab. In Berlin wurde das teils belächelt, doch genau diese Mischung aus Nähe und Pragmatismus gehört bis heute zu ihrem Markenzeichen.

Vom Gemeinderat zur möglichen Staatschefin

Die politische Prägung begann früh im Elternhaus. In der Familie wurde viel diskutiert, gesellschaftliches Engagement spielte eine wichtige Rolle. Ihr Vater saß für die CSU im Gemeinderat von Feldkirchen-Westerham. Als er 1990 aufhörte, rückte Aigner nach. Ihren ersten politischen Erfolg verbindet sie mit einem sehr konkreten Projekt: einem Disco-Bus von den Dörfern nach Rosenheim. Der sogenannte „Rosenheimer Nachtexpress“ fährt bis heute.

Eine klassische Elitelaufbahn hat die 61-Jährige nicht vorzuweisen. Gerade das unterscheidet sie von manchem früheren Spitzenpersonal in Berlin. Zuletzt wurde zwar auch darüber diskutiert, welches Profil das höchste Staatsamt mitbringen sollte. Doch mit ihrer langen Erfahrung und ihrem robusten Krisenprofil bringt Ilse Aigner vieles mit, was in unruhigen Zeiten gefragt ist.

Quelle: Tagesschau