Neuer Bluttest macht Hoffnung
Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Bluttest zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs vorgestellt. Die Studie weckt Hoffnung, doch Fachleute warnen: Bis zum Einsatz im Alltag dürften noch Jahre vergehen.

Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt die Diagnose oft zu spät. Gerade das macht die Krankheit so gefährlich: Viele Tumore werden erst entdeckt, wenn sie bereits weit fortgeschritten sind und sich kaum noch gut behandeln lassen. Jetzt sorgt ein neuer Bluttest für Hoffnung. Ein internationales Forschungsteam hat seine Ergebnisse im Fachjournal Nature Medicine veröffentlicht.
Die Ausgangslage ist dramatisch: Patienten mit dieser Krebsart haben laut Bericht die schlechteste Prognose unter Krebserkrankungen. Rund 85 Prozent sterben innerhalb von fünf Jahren nach der Entdeckung. Der Grund: Die Tumore fallen meist erst auf, wenn sie schon gestreut haben. Dann ist eine Operation oft keine echte Option mehr.
Worauf der Test im Blut achtet
Der neue Ansatz sucht nach mehreren Biomarkern gleichzeitig. Ausgewertet werden zwei Mikro-RNAs sowie das Protein CA19-9, das in der Medizin schon länger bekannt ist, allein aber als zu ungenau gilt. Ein Computerprogramm kombiniert diese Werte und berechnet daraus ein Risiko.
- Zwei Mikro-RNAs werden im Blut analysiert
- Zusätzlich wird das Protein CA19-9 gemessen
- Aus den Daten entsteht per Software ein Risikowert
Hoffnung ja – Entwarnung nein
Ganz ohne Fragezeichen ist der Test aber nicht. Gerade beim Pankreaskarzinom ist die Suche nach verlässlichen Biomarkern schwierig, weil diese Tumore nur wenig Material ins Blut abgeben. In der Studie schlug der Test bei Menschen mit erhöhtem Risiko vergleichsweise oft an, obwohl kein Krebs nachgewiesen war. Die Quote der falsch positiven Befunde lag in dieser Gruppe bei fast 16 Prozent.
Der Ulmer Mediziner Thomas Seufferlein, der nicht an der Studie beteiligt war, sieht deshalb Grenzen bei der Aussagekraft. Herkömmliche Untersuchungen wie MRT oder endoskopischer Ultraschall bleiben aus seiner Sicht weiter nötig. Außerdem ist noch offen, wie früh der Test einen Tumor tatsächlich erkennen kann, weil die Teilnehmenden bislang nur über einen kurzen Zeitraum beobachtet wurden. Klar ist damit vor allem eins: Der Bluttest ist ein spannender Schritt, aber noch kein fertiges Werkzeug für den Klinikalltag.
Quelle: Tagesschau