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Politik29. Juli 2026, 15:00 Uhr · von Redaktion

Neue Brücke sorgt für Alarm

Zwischen Russland und Nordkorea steht die erste Straßenbrücke kurz vor der Fertigstellung. In der Ukraine wächst die Sorge, dass die rund einen Kilometer lange Verbindung auch militärisch genutzt werden könnte.

Neue Brücke sorgt für Alarm

Zwischen Russland und Nordkorea entsteht erstmals eine Straßenbrücke – und genau das sorgt in der Ukraine für Unruhe. Die neue Verbindung über den Tumen-Fluss ist laut offiziellen Angaben für mehr Handel und Tourismus gedacht. Beobachter aus der Ukraine bezweifeln das jedoch und sehen in dem Projekt vor allem einen möglichen militärischen Nutzen.

Warum Kiew misstrauisch ist

Bislang lief der Austausch der beiden Länder vor allem über die Schiene. Künftig könnte ein Teil davon auf die Straße verlagert werden. Aus Sicht der ukrainischen Menschenrechtsorganisation Truth Hounds wäre das ein Problem: Transporte per LKW seien deutlich schwerer zu überwachen als Güterzüge. Auf Satellitenbildern lasse sich dann viel schwieriger erkennen, ob eine Lieferung zivil oder militärisch ist.

Die Brücke ist etwa einen Kilometer lang und wird direkt neben der sogenannten Freundschaftsbrücke gebaut, einer Eisenbahnverbindung aus dem Jahr 1959. Dort kommt es bislang wegen unterschiedlicher Spurweiten beider Länder zu Verzögerungen. Das neue Projekt wurde im Juni 2024 vereinbart. Während Nordkorea seinen Teil nach Berichten bereits vor dem geplanten Eröffnungstermin am 19. Juni fertigstellte, liegt Russland mit den Arbeiten noch zurück.

Neuer Knotenpunkt im Krieg?

Für Truth Hounds sprechen mehrere Punkte dafür, dass die Brücke mehr ist als nur ein Infrastrukturprojekt. Genannt werden vor allem die wachsende militärische Nähe zwischen Moskau und Pjöngjang sowie die hohen Kosten von rund 100 Millionen US-Dollar. Die Organisation warnt, die Strecke könne zu einem strategischen Knotenpunkt im Ukraine-Krieg werden.

  • Bisher kämpften laut Quelle rund 14.000 nordkoreanische Soldaten im Ukraine-Krieg.
  • Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte zuletzt vor weiteren 30.000 möglichen Soldaten.
  • Mehr als 2.000 Nordkoreaner sollen bei Gefechten ums Leben gekommen sein.

Gerade diese Zahlen verleihen dem Brückenbau zusätzliche Brisanz. Was offiziell als Wirtschaftsprojekt verkauft wird, könnte aus ukrainischer Sicht die militärische Zusammenarbeit der beiden Staaten weiter vereinfachen – und damit den Krieg noch stärker internationalisieren.

Foto: watson_ch