Kinski bleibt Kultfigur
Zum 100. Geburtstag von Klaus Kinski rückt seine explosive Zusammenarbeit mit Werner Herzog wieder in den Fokus. Filme wie „Aguirre“ und „Fitzcarraldo“ machten den Schauspieler trotz Skandalen zur Ausnahmefigur des deutschen Kinos.

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Klaus Kinski wäre am 18. Oktober 2026 100 Jahre alt geworden. Der Schauspieler gilt bis heute als eine der extremsten Figuren des deutschen Kinos: faszinierend auf der Leinwand, gefürchtet am Set und für das Publikum über Jahrzehnte ein Magnet. Vor allem die gemeinsame Arbeit mit Werner Herzog in den 70er- und 80er-Jahren prägte seinen Ruf als Ausnahmedarsteller.
Herzog und Kinski: große Kunst, großes Risiko
Besonders eng ist Kinskis Name mit Filmen verbunden, in denen das Unmögliche zum Thema wurde. In „Aguirre, der Zorn Gottes“ und später in „Fitzcarraldo“ spielte er Figuren, die sich gegen jede Realität stemmten. Gerade diese Grenzerfahrung machte seine Auftritte so intensiv. Die Dreharbeiten am Amazonas galten allerdings als gefährlich, das Verhältnis zwischen Regisseur und Hauptdarsteller schwankte ständig zwischen Nähe und offenem Hass.
Herzog schilderte diese explosive Verbindung später auch im Dokumentarfilm „Mein liebster Feind“. Darin wird deutlich, wie viel künstlerische Energie zwischen beiden entstand – und wie nah die Zusammenarbeit immer wieder am Zusammenbruch war. Kinski steigerte sich laut der Schilderung in heftige Wutanfälle hinein und brachte Produktionen damit an den Rand des Scheiterns.
Die wichtigsten Herzog-Filme mit Kinski
- „Aguirre, der Zorn Gottes“ (1972)
- „Nosferatu - Phantom der Nacht“ (1978)
- „Woyzeck“ (1978)
- „Fitzcarraldo“ (1982)
- „Cobra Verde“ (1987)
Viele dieser Werke zählen heute zu den zentralen Filmen des Neuen Deutschen Films. Kinski verkörperte darin oft getriebene, größenwahnsinnige oder besessene Figuren – Rollen, die perfekt zu seiner öffentlichen Wahrnehmung passten. Auch Skandale trugen dazu bei, dass er als Star nie aus dem Blickfeld verschwand. Zum 100. Geburtstag bleibt vor allem dieses Bild: ein Schauspieler von enormer Wucht, dessen Talent und Zerstörungskraft ungewöhnlich nah beieinanderlagen.
Quelle: abendzeitung