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Sport15. Juli 2026, 17:01 Uhr · von Redaktion

Jugendschutz bei Wetten versagt

In der Schweiz konnten Minderjährige bei Testkäufen erstaunlich oft Sportwetten abschließen. In Zürich und Waadt waren 16- und 17-Jährige in insgesamt 47,5 Prozent der Fälle erfolgreich, an Automaten teils sogar fast immer.

Jugendschutz bei Wetten versagt

Sportwetten sind für Minderjährige verboten, weil das Suchtrisiko besonders hoch ist. Doch genau dieser Schutz funktioniert laut neuen Testkäufen nur unzureichend. Im Auftrag der interkantonalen Geldspielaufsicht schickte das Blaue Kreuz in den Kantonen Zürich und Waadt 16- und 17-Jährige los. Das Ergebnis ist deutlich: In 47,5 Prozent der Fälle konnten die Jugendlichen tatsächlich Wetten abschließen.

Deutliche Unterschiede bei den Kontrollen

Insgesamt wurden 200 Testkäufe durchgeführt, je 100 in Zürich und in der Waadt. Besonders locker lief es im Kanton Zürich: Dort kamen Minderjährige bei 56 Prozent der Versuche durch. In der Waadt lag die Quote mit 39 Prozent zwar tiefer, aber ebenfalls klar zu hoch. Auch zwischen Stadt und Land gab es Unterschiede. Auf dem Land war der Abschluss von Sportwetten für Jugendliche einfacher als in Städten.

  • Zürich: 56 Prozent erfolgreiche Testkäufe
  • Waadt: 39 Prozent erfolgreiche Testkäufe
  • Land: 57,5 Prozent erfolgreich
  • Stadt: 41,7 Prozent erfolgreich

Automaten als größte Schwachstelle

Besonders problematisch sind Selbstbedienungsgeräte an Kiosken, in Bars oder Tankstellenshops. Dort fehlt oft der direkte Kontakt zum Personal. Vor allem in Zürich fiel dieser Bereich massiv auf: An den Automaten konnten Minderjährige in 90,9 Prozent der Fälle Wetten platzieren. In der Waadt lag die Erfolgsquote an Automaten bei 50 Prozent.

Für die Geldspielaufsicht ist das Ergebnis klar unbefriedigend. Direktor Manuel Richard verweist darauf, dass Sportwetten für Jugendliche sogar riskanter sein können als andere Glücksspiele, weil leicht der Eindruck entsteht, eigenes Sportwissen könne das Ergebnis kontrollierbar machen. Swisslos-Direktor Roger Fasnacht räumte ein, dass das Resultat nicht gut sei. Swisslos kündigt Verbesserungen an, während sich die Aufsicht weitere Eingriffe ausdrücklich vorbehält.

Brisant ist dabei auch: Selbst interne Tests von Swisslos an 500 Verkaufsstellen zeigten laut Bericht kein besseres Bild. Auch dort konnten Minderjährige ungefähr in der Hälfte der Fälle wetten. Gerade jetzt, wo Sportwetten rund um große Fußballturniere stark beworben werden, setzt das die Anbieter zusätzlich unter Druck.