Infantino flog WM-Marathon
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat während der Fußball-WM laut AP fast 95.403 Kilometer im Flugzeug zurückgelegt. Das entspricht beinahe zweieinhalb Erdumrundungen zwischen dem 9. Juni und dem Finaltag.

Gianni Infantino war während der Fußball-WM offenbar fast ständig in der Luft. Nach einer Recherche der Nachrichtenagentur AP kam der FIFA-Präsident vom 9. Juni bis zum Finaltag auf 95.403 Flugkilometer – das ist annähernd zweieinhalb Mal um die Erde. Der Erdumfang am Äquator liegt bei rund 40.000 Kilometern. Eine Stellungnahme der FIFA lag auf AP-Anfrage zunächst nicht vor.
43 Spiele, 16 Stadien, 21 Flughäfen
Laut dem Bericht besuchte Infantino 43 der 104 WM-Partien. Er soll dafür eine Gulfstream G650 aus der Charterflotte von Qatar Airways genutzt haben, die er demnach schon in den vergangenen Jahren verwendet hatte. AP wertete für die Rekonstruktion der Reisen Daten von FlightAware sowie Fotos aus verschiedenen Quellen aus.
Demnach war der FIFA-Chef in allen 16 WM-Stadien in den USA, Kanada und Mexiko mindestens einmal vor Ort. Besonders oft tauchte er in Miami auf: Dort saß er gleich fünfmal bei Spielen auf der Tribüne. Insgesamt setzte die verfolgte Maschine auf 21 Flughäfen auf.
Kurze Hüpfer, lange Strecken, offene Klimafrage
Der längste dokumentierte Flug führte Infantino am 15. Juni von Miami nach Seattle und dauerte 5 Stunden und 44 Minuten. Der kürzeste Flug ging am 6. Juli von Seattle nach Vancouver in Kanada – nach nur 28 Minuten war die Maschine schon wieder am Boden. Noch kürzer waren laut Bericht nur Überführungsflüge, bei denen Infantino wohl nicht an Bord war.
- Längster Flug: Miami nach Seattle, 5:44 Stunden
- Kürzester Flug: Seattle nach Vancouver, 28 Minuten
- Nicht eingerechnet: ein Abstecher nach Doha vor den Halbfinals
Dieser Doha-Flug für einen Kondolenzbesuch nach dem Tod des ehemaligen Emirs Hamad bin Chalifa Al Thani ist in der Bilanz noch nicht einmal enthalten. Brisant ist das auch mit Blick auf die Klimaziele des Weltverbands: Die FIFA will laut eigener Nachhaltigkeitsstrategie die CO2-Emissionen rund um Weltmeisterschaften bis 2030 halbieren und bis 2040 klimaneutral werden. Nach „Spiegel“-Angaben verursachte allein der mutmaßlich von Infantino genutzte Jet zwischen 11. Juni und 16. Juli im WM-Einsatz knapp 813 Tonnen CO2.