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Politik19. Oktober 2026, 19:03 Uhr · von Redaktion

Ganz steigt aus dem Wahlkampf aus

Acht Tage vor der Parlamentswahl in Israel zieht Oppositionspolitiker Benni Ganz seine Kandidatur zurück. Sein Mitte-Bündnis Blau-Weiß lag zuletzt laut Umfragen unter der Hürde von 3,25 Prozent.

Ganz steigt aus dem Wahlkampf aus

Foto: FOTO:Fortepan — ID 17547 : Adományozó/Donor: Bambi / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Benni Ganz zieht sich kurz vor der Parlamentswahl in Israel aus dem Rennen zurück. Mehrere israelische Medien berichten, dass der Vorsitzende des Mitte-Bündnisses Blau-Weiß nicht kandidieren will. Die Entscheidung kommt nur acht Tage vor der Wahl am 27. Oktober – und ist vor allem mit den zuletzt schwachen Umfragewerten seiner Partei verbunden.

Seit Längerem deuteten Erhebungen darauf hin, dass Blau-Weiß an der 3,25-Prozent-Hürde scheitern könnte. Damit wäre der Einzug ins Parlament verpasst worden. Schon zuvor hatten mehrere Mitglieder das Bündnis verlassen, der Rückzug von Ganz ist nun der bisher deutlichste Einschnitt.

Leichter Vorteil für das Oppositionslager

Für die Opposition ist der Schritt dennoch keine schlechte Nachricht. Sie kann nun darauf hoffen, einen großen Teil der – wenn auch kleinen – Wählerschaft von Ganz auf andere Parteien im Anti-Netanjahu-Lager zu verteilen. Ganz selbst warb erneut für eine Einheitsregierung, also für ein Bündnis größerer Parteien aus den verfeindeten politischen Lagern.

Genau das lehnt sein Hauptrivale Gadi Eisenkot jedoch ab. Beide hatten nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 zeitweise in einer Notstandsregierung mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mitgewirkt. Später verließen sie das Bündnis wieder, unter anderem wegen Differenzen über die Zukunft des Gazastreifens.

Mehrheit weiter offen

Die Ausgangslage vor der Wahl bleibt damit kompliziert. Laut Umfragen erreicht weder das Lager von Netanjahu noch der oppositionelle Block jüdischer Parteien eine absolute Mehrheit. Anders sieht es aus, wenn arabische Parteien einbezogen werden:

  • Netanjahu-Lager: laut Umfragen keine absolute Mehrheit
  • Jüdische Oppositionsparteien: ebenfalls ohne klare Mehrheit
  • Mit arabischen Parteien: Opposition käme demnach auf eine deutliche Mehrheit

Eine formelle Koalition mit arabischen Parteien gilt zwar als eher unwahrscheinlich. Möglich wäre laut den Umfragen aber eine Unterstützung von außen. Der Rückzug von Ganz verändert also nicht alles – könnte das Kräfteverhältnis vor der Wahl aber noch einmal spürbar verschieben.

Quelle: ORF