Frust-Spiel mit letzter Mission
Frankreich und England spielen am Samstag in Miami um Platz drei der WM. Für Frankreich ist es der Abschied von Didier Deschamps, für England steht Trainer Thomas Tuchel nach dem Halbfinal-Aus unter Druck.

Das Spiel um Platz drei gehört bei Weltmeisterschaften traditionell nicht zu den beliebtesten Terminen des Turniers. Frankreich und England stehen am Samstag in Miami trotzdem noch einmal auf dem Platz – obwohl beide eigentlich vom Final geträumt hatten. Entsprechend gedämpft ist die Stimmung vor dem Duell um Rang drei.
Vor allem für Frankreich bekommt die Partie noch einmal besondere Bedeutung. Für Didier Deschamps ist es der letzte Auftritt als Nationaltrainer. Seit 2012 prägte er die Auswahl, holte mit ihr den WM-Titel 2018, wurde 2022 Vize-Weltmeister und führte das Team 2016 ins EM-Finale. Dazu kam bei diesem Turnier ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag: Während der WM starb seine Mutter, für die Beerdigung reiste er zwischenzeitlich nach Frankreich zurück.
Abschied und Druck an der Seitenlinie
Die französischen Spieler haben damit einen klaren Antrieb: Sie wollen ihren langjährigen Coach mit einem Sieg verabschieden. Auf englischer Seite ist die Lage anders gelagert. Thomas Tuchel steht nach dem Halbfinal-Aus und deutlicher Kritik aus der Heimat unter genauer Beobachtung. Zwar soll er laut Berichten weiterhin das Vertrauen des Verbands haben, doch auch der Auftritt gegen Frankreich dürfte in die weitere Bewertung einfliessen.
Brisant ist das Spiel auch sportlich und finanziell. England droht, ein insgesamt starkes Turnier mit zwei Niederlagen in Serie zu beenden. Gleichzeitig geht es um mehr als nur Prestige:
- Der Sieger beendet die WM auf Platz drei
- Der Dritte erhält rund 1,75 Millionen Euro mehr Preisgeld als der Vierte
- Für beide Teams ist es der letzte Auftritt des Turniers
Mbappé jagt den nächsten Rekord
Auch im Rennen um die Torjägerkrone ist noch nichts entschieden. Lionel Messi und Kylian Mbappé liegen mit je acht Treffern gleichauf. Dahinter lauern Jude Bellingham und Harry Kane mit jeweils sechs Toren. Für Mbappé könnte es sogar historisch werden: Der Franzose steht bei 20 WM-Toren und damit nur einen Treffer hinter Messi. Das wenig geliebte kleine Final könnte also doch noch grosse Schlagzeilen liefern.
Foto: Wikimedia Commons / Biser Todorov (User:Biso) from Sofia, Bulgaria, CC BY-SA 2.0