FIFA hebt Baloguns Sperre auf
Die FIFA hat die Rotsperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun kurz vor dem WM-Achtelfinale gegen Belgien ausgesetzt. Auslöser soll laut Tagesschau ein Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Chef Gianni Infantino gewesen sein.

Kurz vor dem WM-Achtelfinale der USA gegen Belgien sorgt die FIFA für Wirbel: Folarin Balogun ist plötzlich doch spielberechtigt. Der US-Angreifer hatte beim 2:0 gegen Bosnien und Herzegowina die Rote Karte gesehen und sollte nach den üblichen Regeln ein Spiel pausieren. Nun wurde die Sperre jedoch zur Bewährung ausgesetzt – ein Schritt, den es bei dieser WM laut Quelle so noch nicht gegeben hat.
Der Vorfall geht auf das Sechzehntelfinale zurück. Balogun traf zunächst für die USA, musste dann aber in der 64. Minute nach einem harten Zweikampf mit Tarik Muharemovic vom Platz. Schiedsrichter Raphael Claus schaute sich die Szene noch einmal an und entschied mit Unterstützung des VAR auf Rot. Gerade diese Überprüfung macht den Fall so brisant, denn die Entscheidung war auf dem Platz zunächst nicht einfach durchgewunken, sondern noch einmal geprüft worden.
Warum die FIFA jetzt umschwenkt
Die FIFA beruft sich auf Artikel 27 ihres Disziplinarreglements. Demnach kann eine Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise ausgesetzt werden. Im Fall Balogun bedeutet das: Die Sperre gilt für ein Jahr auf Bewährung. Begeht er in dieser Zeit ein weiteres Vergehen gleicher Art und Schwere, wird die Strafe fällig.
- Rote Karte gegen Bosnien und Herzegowina
- ursprünglich ein Spiel Sperre
- nun Aussetzung der Strafe auf Bewährung
- Balogun darf gegen Belgien spielen
Anruf aus der Politik sorgt für Fragen
Besonders heikel ist der Zeitpunkt der Entscheidung: Sie fällt nur Stunden vor dem Achtelfinale. Laut Tagesschau soll zuvor ein Anruf von Donald Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino erfolgt sein. Offiziell verweist der Weltverband nur auf das Regelwerk, doch der Vorgang dürfte die Diskussion weiter anheizen. Für die USA ist die Kehrtwende sportlich enorm wichtig, weil Balogun als zentraler Angreifer kaum zu ersetzen ist.
Auch in Belgien kommt die Nachricht offenbar alles andere als gut an. Dort fiel bereits das Wort „Aprilscherz“. Klar ist: Die überraschende Entscheidung verändert die Ausgangslage vor dem Duell spürbar – und wirft zugleich neue Fragen zur Rolle von Einfluss und Auslegung bei dieser WM auf.
Foto: Wikimedia Commons / Bryan Berlin, CC BY-SA 4.0