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Sport16. Juli 2026, 17:02 Uhr · von Redaktion

Falkland-Ärger nach Messi-Sieg

Argentinien hat den WM-Halbfinal gegen England mit einem politischen Banner gefeiert. Nach dem Sieg zeigte das Team um Lionel Messi ein Plakat zu den Falklandinseln – nun könnte der Fifa Ärger drohen.

Falkland-Ärger nach Messi-Sieg

Nach dem WM-Halbfinal gegen England sorgt nicht nur das Sportliche für Schlagzeilen. Das argentinische Team um Lionel Messi feierte den Sieg mit einem Banner, auf dem stand: „Las Malvinas son argentinas“. Die Botschaft war nicht neu – das Plakat war zuvor bereits auf den Rängen zu sehen – bekam durch den Auftritt der Spieler auf dem Platz aber eine noch grössere Wirkung.

Brisant ist das vor allem wegen der Regeln des Weltverbands. Die Fifa untersagt rund um WM-Spiele politische Botschaften von Spielern und Offiziellen. Genau deshalb könnte die Aktion für Argentinien noch Folgen haben. Eine mögliche Strafe steht im Raum, auch wenn dazu zunächst nichts entschieden ist.

Historischer Konflikt schwingt mit

Hinter dem Slogan steckt der seit Jahrzehnten schwelende Streit um die Falklandinseln, die in Argentinien Malwinen genannt werden. 1982 führten Argentinien und Grossbritannien mehr als 70 Tage Krieg um die Inselgruppe vor der argentinischen Küste. Dabei kamen rund 1000 Soldaten ums Leben. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet, London lehnt bis heute Verhandlungen über den argentinischen Anspruch ab.

  • Argentinien beansprucht die Falklandinseln für sich
  • Grossbritannien kontrolliert die Inseln seit 1833
  • Der Krieg von 1982 dauerte über 70 Tage

Mittelfeldspieler Leandro Paredes verteidigte die Aktion nach dem Spiel. Er sagte, die Inseln seien und blieben argentinisch. Zudem erklärte er, die Mannschaft habe gewusst, welche Bedeutung dieses Duell für das Land habe. Man habe versucht, das eigene Land und die Menschen zu repräsentieren, die diesen schmerzhaften Teil der Geschichte erlebt hätten.

Schon vor dem Spiel war die Stimmung aufgeladen

Dass die Partie politisch aufgeladen war, zeigte sich bereits vor dem Anpfiff. Argentiniens Vizepräsidentin Victoria Villarruel schrieb auf X, man spiele gegen „Piraten-Usurpatoren“ und es gehe gegen England um mehr als nur ein normales Spiel. Ihr Vater hatte im Falklandkrieg für die damalige Militärdiktatur Argentiniens gekämpft. Umso heikler ist nun das Banner nach dem Halbfinal – sportlicher Jubel und politische Botschaft lassen sich in diesem Fall kaum trennen.