E-Sport erobert das Weserstadion
Im Weserstadion steigt am 24. Oktober ein großes E-Sport-Turnier mit 172 Spielern in 86 Zweierteams. Der Bremer Verein Bremen Esports will dabei nicht nur zocken, sondern auch über Risiken wie Sucht und Bewegungsmangel aufklären.

Foto: weserkurier
Fußball-Stimmung im Weserstadion – aber diesmal an der Konsole: Am 24. Oktober steigt in den Räumen der VIP Ost die Virtual Victory League. Bei dem Turnier in EA FC 27 treten 172 Spieler in 86 Zweierteams an. Für den ausrichtenden Verein Bremen Esports ist das ein besonderer Termin: Vorsitzender Alessandro Bünnagel spricht vom größten Fifa- beziehungsweise EA-FC-Turnier, das es bislang in Bremen gegeben habe.
Organisiert wird die Veranstaltung gemeinsam mit Bremen Entertainment. Es ist bereits die vierte Ausgabe der Virtual Victory League, erstmals aber findet sie im Weserstadion statt. Wichtig für den Verein: Das Turnier richtet sich nicht an Profis. Bremen Esports versteht sich nach eigenen Angaben als Breitenverein. Gegründet wurde der Club 2018, aktuell zählt er 124 zahlende Mitglieder.
Mehr als nur Zocken
Für Bünnagel steht hinter dem Thema E-Sport mehr als der Wettkampf am Bildschirm. Der Verein will nach eigener Darstellung auch über problematische Seiten des Gamings sprechen. Dazu gehören vor allem:
- Suchtpotenzial
- exzessives Spielen
- Bewegungsmangel
Der Verein betont dabei den Unterschied zwischen lockerem Gaming in der Freizeit und organisiertem, regelgebundenem Wettkampf. Genau darin sieht Bremen Esports seinen Auftrag: Jugendliche dort abzuholen, wo ein Teil ihrer Lebensrealität längst digital geworden ist.
Gegen alte Vorurteile
Lange wurde E-Sport in Politik und Gesellschaft vor allem auf sogenannte Ballerspiele reduziert. Auch die Frage, ob der Begriff „Sport“ überhaupt passe, sorgt seit Jahren für Diskussionen. Bünnagel sieht das pragmatisch: Entscheidend sei nicht die Bezeichnung, sondern dass das Thema viele junge Menschen beschäftige. Dass sich die Wahrnehmung verändert hat, zeigt für den Verein auch die rechtliche Entwicklung: Seit Anfang dieses Jahres gilt E-Sport als gemeinnützig.
Mit dem Turnier im Weserstadion will Bremen Esports deshalb nicht nur ein Event auf die Beine stellen, sondern auch ein Signal senden: E-Sport soll in Bremen sichtbar sein – verantwortungsvoll organisiert und mit Blick auf Chancen und Risiken.
Quelle: weserkurier