Drohnen-Spur führt zum GRU
Nach dem vereitelten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle verdichten sich die Hinweise auf Russlands Militärgeheimdienst. Laut Berichten soll ein mutmaßlicher GRU-Mitarbeiter die Vorbereitung der Operation organisiert haben.

Foto: PMRMaeyaert / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Im Fall des vereitelten Drohnenanschlags auf den Flughafen Leipzig/Halle rückt der russische Militärgeheimdienst immer stärker in den Fokus. Laut einem Bericht der Welt am Sonntag nennen geheime Ermittlungsunterlagen einen mutmaßlichen Mitarbeiter des GRU als zentralen Logistiker der Aktion. Auch Recherchen von WDR, NDR und SZ kommen demnach zu dem Schluss, dass die Drahtzieher im Umfeld des russischen Geheimdienstes zu suchen sind.
Verdächtiger soll Vorbereitung organisiert haben
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen handelt es sich um einen Mann aus Russland, der die Vorbereitungen der Operation übernommen haben soll. Er sei über die Türkei nach Deutschland eingereist und später über den Flughafen Berlin-Brandenburg nach Serbien weitergereist. Brisant dabei: Seine Verbindung zu einem Geheimdienst soll den Ermittlern schon bei der Einreise bekannt gewesen sein. Beobachtet worden sei er laut Bericht dennoch nicht. Inzwischen soll sich der Mann wieder in Russland aufhalten.
Der Vorfall selbst hatte sich am Abend des 4. August ereignet. Damals wurde auf dem Airport eine mit Sprengstoff bestückte Drohne in der Nähe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine entdeckt und entschärft. Die Bundesregierung hatte Anfang September offiziell Russland verantwortlich gemacht. Moskau weist eine Beteiligung jedoch weiter zurück.
Spuren aus Technik und Sprengstoff
Nach Angaben der Bundesregierung ergaben sich die Hinweise auf die Verdächtigen aus mehreren Bausteinen der Operation. Dazu gehören unter anderem die technische Konfiguration der Drohne, der verwendete Sprengstoff und die Zündtechnik. Diese Merkmale seien bereits aus anderen hybriden Aktionen bekannt, die Russland zugeschrieben werden.
- Ort: Flughafen Leipzig/Halle
- Datum des Vorfalls: 4. August
- Verdacht: Logistik durch mutmaßlichen GRU-Mitarbeiter
- Folge: Deutschland schloss das russische Generalkonsulat in Bonn
Die politischen Folgen sind bereits deutlich spürbar. Als Reaktion auf den Vorfall schloss die Bundesregierung das russische Generalkonsulat in Bonn. Moskau antwortete darauf mit der Schließung des deutschen Konsulats sowie mehrerer Standorte des Goethe-Instituts in Russland. Der Fall entwickelt sich damit längst über die Ermittlungen hinaus zu einer neuen Belastungsprobe in den Beziehungen zwischen Berlin und Moskau.
Quelle: Tagesschau