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Sport18. Juli 2026, 17:01 Uhr · von Redaktion

Diese WM schlägt Trump

Die Fussball-WM in Nordamerika hat laut einem Kommentar selbst Skeptiker mitgerissen. Trotz Trump, Infantino und Kritik an der Fifa bleibt vor allem ein Eindruck: volle Stadien, friedliche Fans und ein Turnier als Sieg für den Sport.

Diese WM schlägt Trump

Die WM 2026 in Nordamerika hat selbst Kritiker des modernen Fussballs überrascht. In einem Kommentar der «Aargauer Zeitung» beschreibt Reporter Sebastian Wendel, wie aus anfänglicher Skepsis nach sechs Wochen vor Ort echte Faszination wurde. Zwar hadert er mit der moralischen und finanziellen Entwicklung des Sports, doch das Turnier in den USA habe gezeigt, wie stark Fussball die Menschen noch immer packen kann.

Volle Stadien, grosse Emotionen

Besonders hängen geblieben seien nicht Funktionäre oder politische Debatten, sondern die Bilder rund um die Spiele: gut gefüllte Arenen, eine friedliche Atmosphäre und Fans, die teils enorme Opfer für ihre WM-Erlebnisse auf sich nahmen. Wendel nennt Begegnungen und Szenen, die für ihn den Kern dieses Turniers ausmachen.

  • 20'000 Fans vor dem Teamhotel von Kolumbien in Vancouver
  • Ein Argentinier in Kansas City, der für Tickets sein Auto verkauft habe
  • Ein US-Fan, der für 500 Dollar und einen Inlandsflug aus Utah zu Schweiz gegen Katar gereist sei
  • Emotionale Momente rund um die Schweizer Nati, vom Ausgleichsschock bis zum verwandelten Penalty gegen Kolumbien

Auch sportlich habe die WM Erinnerungen geschaffen, die bleiben. Wendel erwähnt das Dribbling von Johan Manzambi gegen Algerien, den entscheidenden Penalty von Ruben Vargas gegen Kolumbien – aber auch den folgenreichen Fehler von Breel Embolo gegen Argentinien. Für den Reporter sind das genau die Szenen, die ein grosses Turnier über Jahrzehnte im Gedächtnis halten.

Trump und Infantino im Hintergrund

Brisant wurde es, als das Turnier laut Kommentar nach einer Intervention von Donald Trump bei Gianni Infantino ins Wanken zu geraten drohte. Doch auch hier habe am Ende der Sport selbst die Antwort gegeben – mit dem klaren Sieg Belgiens gegen den Gastgeber. Die oft geäusserte Sorge, diese WM werde in der Schweiz kaum jemanden interessieren, habe sich damit deutlich zerschlagen.

Das Fazit fällt klar aus: Trotz aller Zweifel an Politik, Fifa und Kommerz war diese WM vor allem ein Triumph des Spiels selbst. Nur ein Wermutstropfen bleibt aus Sicht des Autors: Die Schweiz habe das Potenzial für noch mehr gehabt – und fehlte am Ende ausgerechnet auf der grössten Bühne des Turniers.

Foto: aargauerzeitung