JETZT LIVE
Sport9. Juli 2026, 11:00 Uhr · von Redaktion

Bouaddi jagt Frankreichs K.o.

Ayyoub Bouaddi steht mit Marokko im WM-Viertelfinale gegen Frankreich im Fokus. Der 18-Jährige aus Lille, in der Nähe von Paris geboren und einst Captain der französischen U21, soll nun sein früheres Fußball-Land stoppen.

Bouaddi jagt Frankreichs K.o.

Ayyoub Bouaddi ist vor dem WM-Viertelfinale zwischen Marokko und Frankreich die vielleicht spannendste Personalie. Der 18 Jahre alte Mittelfeldspieler wurde in der Nähe von Paris geboren, in Frankreich ausgebildet und führte im März noch die französische U21 als Captain aufs Feld. Jetzt soll ausgerechnet er im Marokko-Trikot die Equipe um Kylian Mbappé ausbremsen.

Der Hintergrund ist brisant: Bouaddi wurde im Mai nicht von Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps für den WM-Kader nominiert. Danach entschied sich das Talent für Marokko, das Geburtsland seiner Eltern. Der Teenager selbst betont, wie stolz er darauf sei, für die Nordafrikaner zu spielen. Sein voller Fokus liege derzeit auf der WM.

Lille hofft auf den Mega-Deal

Auch auf Klubebene ist Bouaddi längst kein Geheimtipp mehr. Beim OSC Lille gilt er als kommender Superstar, Präsident Olivier Létang denkt bei möglichen Angeboten offenbar in ganz anderen Dimensionen: 50 Millionen Euro seien demnach nicht genug, im Raum stehen eher 80 bis 100 Millionen Euro. Das Interesse soll riesig sein, genannt werden unter anderem Manchester City, Real Madrid, Liverpool und Bayern München.

  • 18 Jahre alt
  • spielt im Mittelfeld für Lille
  • früher Captain der französischen U21
  • nun Marokkos Hoffnungsträger bei der WM

Mathe im Kopf, Ruhe am Ball

Was Bouaddi so wertvoll macht, ist weniger Spektakel als Kontrolle. In Lille wird er bereits „Le Chef“ genannt, weil er das Mittelfeld trotz seiner jungen Jahre ordnet und das Spiel lenkt. Marokkos Trainer Mohamed Ouahbi lobt vor allem seine Ruhe, seine Reife und seine Spielintelligenz. Unter Druck bleibt Bouaddi offenbar gelassen, erkennt Räume früh und verliert nur selten den Ball.

Dass er als Ausnahmetalent gilt, zeigt sich auch abseits des Rasens. Bouaddi machte schon mit 16 Jahren und sehr guten Noten die Matur, gewann einen Rhetorikwettbewerb und studiert neben dem Fußball Mathematik. Nach eigener Aussage hilft ihm genau das auch im Spielverständnis – vor allem bei taktischen Abläufen. Nun wartet die größte Prüfung: Frankreich, der Gegner, der Marokko schon bei der WM 2022 im Halbfinale stoppte. Diesmal soll mit Bouaddi die Revanche gelingen.

Foto: srf