Blutbad in Krakau
Im Zentrum von Krakau hat ein 25-jähriger Mann sechs Menschen erschossen und 16 weitere verletzt. Polens Premier Donald Tusk spricht von Terrorismus, der Verdächtige soll laut Innenministerium rechtsextremen Ideologien nahegestanden haben.

Nach dem tödlichen Schussangriff im Herzen von Krakau spricht Polens Premier Donald Tusk von einem Akt des Terrorismus. Am Samstagnachmittag eröffnete ein Mann auf dem zentralen Marktplatz aus einem fahrenden Auto das Feuer auf Passanten. Sechs Menschen starben, 16 weitere wurden verletzt.
Unter den Todesopfern sind laut Polizei vier Frauen und zwei Männer. Außerdem soll sich ein britischer Staatsbürger unter den Getöteten befinden. Das polnische Innenministerium teilte in der Nacht mit, dass unter den Verletzten auch fünf Ausländer sind, darunter eine Person aus Österreich. Besonders dramatisch: Zwölf der Verletzten schweben nach Polizeiangaben in kritischem oder lebensbedrohlichem Zustand.
Verdächtiger bei Schusswechsel verletzt
Die Polizei geht derzeit von einem Einzeltäter aus. Der mutmaßliche Schütze, ein 25 Jahre alter Pole, wurde nach Behördenangaben bei dem Einsatz angeschossen und in ein Spital gebracht. Er soll sich nicht ergeben, sondern auch auf die Einsatzkräfte gefeuert haben. Dabei wurden zwei Polizisten verletzt. Laut der Polizei von Krakau war der Mann mit einem halbautomatischen Sturmgewehr bewaffnet und trug Tarnkleidung. In seinem Fahrzeug fanden die Ermittler weitere Waffen und Munition.
- Attacke gegen 15.00 Uhr im Zentrum von Krakau
- Sechs Tote und 16 Verletzte
- Zwei verletzte Polizisten beim Zugriff
- Eine Person aus Österreich unter den Verletzten
Ermittler prüfen familiären Hintergrund
Nach Angaben von Innenminister Marcin Kierwinski war der Verdächtige von rechtsextremen Ideologien fasziniert. Auch Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz sprach von einem terroristischen Akt. Zusätzliche Brisanz bekam der Fall durch den Fund von drei Leichen im Wohnhaus des Verdächtigen. Laut Tusk handelt es sich dabei wahrscheinlich um enge Familienangehörige. Weil die Behörden Sprengstoff in dem Haus vermuteten, kam dort auch eine Drohne zum Einsatz.
Medienberichten zufolge wurde der Tatverdächtige nach einem Autounfall auf der Flucht gestoppt. Die Ermittlungen laufen weiter. Für Sonntag und Montag kündigte die Regierung zwei landesweite Trauertage an.
Quelle: ORF