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Politik6. November 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

Biber-Comeback am Loch Ness

Am Loch Ness sollen nach rund 500 Jahren wieder Biber leben. Bis zu 15 Familien dürfen in den nächsten drei Jahren ausgewildert werden, um Feuchtgebiete zu schaffen und die Artenvielfalt in Schottland zu stärken.

Biber-Comeback am Loch Ness

Foto: focus

Am berühmten Loch Ness steht keine neue „Nessie“-Sichtung an, sondern ein echtes Natur-Comeback: In der Region sollen erstmals seit rund 500 Jahren wieder Biber angesiedelt werden. Die schottische Naturschutzbehörde NatureScot hat dafür grünes Licht gegeben. Geplant ist, innerhalb von drei Jahren bis zu 15 Biberfamilien an geeigneten Orten im Einzugsgebiet des Flusses Ness freizulassen.

Die Tiere waren in Schottland vor Jahrhunderten durch starke Bejagung verschwunden. Nun sollen sie helfen, die Landschaft rund um den rund 37 Kilometer langen See ökologisch aufzuwerten. Nach Einschätzung von NatureScot kann die Rückkehr der Biber die Biodiversität in diesem Teil Schottlands deutlich verbessern.

Neue Feuchtgebiete für die Highlands

Biber gelten als natürliche Landschaftsbauer. Mit ihren Dämmen und Aktivitäten schaffen sie Teiche und Feuchtgebiete, die vielen anderen Arten Lebensraum bieten. Außerdem können sie dazu beitragen, Wasser in der Landschaft zu halten und so Extreme wie Überschwemmungen oder Trockenphasen besser abzufedern.

  • Bis zu 15 Familien sollen freigelassen werden
  • Auswilderung ist über drei Jahre geplant
  • Ziel sind mehr Artenvielfalt und neue Feuchtgebiete

Rückhalt gibt es auch aus der Bevölkerung: Laut BBC unterstützten mehr als 73 Prozent der Teilnehmer einer öffentlichen Konsultation das Vorhaben. Gleichzeitig sollen Sorgen von Landwirten, Grundstückseigentümern und Anwohnern nicht ignoriert werden. Geplant sind Überwachung und Schutzmaßnahmen, um mögliche Konflikte früh abzufangen.

Biber als Helfer der Renaturierung

Auch außerhalb Schottlands gelten Biber längst als wichtige Verbündete beim Naturschutz. In Europa fördern ihre Dämme laut Nabu Feuchtgebiete, verbessern die Wasserqualität, stabilisieren Grundwasserstände und machen Flusslandschaften wieder dynamischer. In Deutschland leben inzwischen wieder rund 40.000 Biber. Dass die Tiere enorme Wirkung entfalten können, zeigt auch ein Beispiel aus der Schweiz: Dort übernahm eine Biberfamilie Arbeiten, die bei einem technischen Renaturierungsprojekt mehr als eine Million Franken gekostet hätten.

Quelle: focus