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Sport19. Juli 2026, 17:01 Uhr · von Redaktion

Berset geht auf Fifa los

Europarat-Generalsekretär Alain Berset fordert nach der WM scharfe Konsequenzen von der Fifa. Er kritisiert politischen Einfluss, rassistische Beleidigungen und neue Wettpartnerschaften und verlangt bis 2030 einen Integritätsrahmen.

Berset geht auf Fifa los

Alain Berset rechnet nach dem Turnier deutlich mit der Fifa ab. Der Generalsekretär des Europarates wirft dem Weltverband vor, zentrale Probleme nicht konsequent genug anzugehen. Aus seiner Sicht hat das von den USA als Co-Gastgeber ausgerichtete Turnier eine Reihe heikler Fragen offengelegt – von politischem Druck über rassistische Ausfälle bis hin zur wachsenden Nähe zu Sportwetten.

Berset fordert deshalb schnelles Handeln. Noch am Sonntagabend solle ein Arbeitsdialog beginnen, damit bis zur WM 2030 ein Rahmen zum Schutz der Integrität des Sports steht. Für den früheren Bundesrat ist klar: Der Fussball müsse seine Glaubwürdigkeit dringend stärken, bevor das nächste grosse Turnier ansteht.

Klare Vorwürfe an den Weltverband

Besonders scharf fällt seine Kritik beim Fall um den US-Spieler Folarin Balogun aus. Dass dessen rote Karte nach einem Anruf von Donald Trump zurückgenommen worden sei, hält Berset für ein alarmierendes Signal. Politische Einflussnahme dürfe seiner Meinung nach nicht bis direkt aufs Spielfeld reichen.

  • Vorwurf politischer Einmischung in sportliche Entscheidungen
  • Kritik an rassistischen Beleidigungen gegen Spieler
  • Warnung vor neuen Wettpartnerschaften im Stadionumfeld

Auch die Öffnung Richtung Wettmärkte sieht Berset kritisch. Neue Partnerschaften der Fifa könnten Betrug begünstigen, warnte er. Gerade dort, wo Sport und Wetten enger zusammenrücken, stehe die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs auf dem Spiel.

Europarat fordert Reformen

Der Europarat mit Sitz in Strassburg, dem 46 Mitgliedstaaten angehören, drängt die Fifa damit öffentlich zum Handeln. Die Organisation befasst sich seit Jahrzehnten mit Fragen von Demokratie und Menschenrechten und hat auch im Sport bereits internationale Vereinbarungen angestossen – etwa im Anti-Doping-Bereich. Nun soll aus Sicht Bersets auch die Integrität des Weltfussballs stärker abgesichert werden.