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Sport21. Juli 2026, 17:01 Uhr · von Redaktion

Bäder werden zum Luxus-Spaß

Der Besuch im Frei- oder Hallenbad ist in Deutschland deutlich teurer geworden. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Eintrittspreise im Juni um 3,6 Prozent über dem Vorjahr und damit stärker als die allgemeine Inflation.

Bäder werden zum Luxus-Spaß

Abkühlung im Freibad bleibt in diesem Hitzesommer gefragt – doch sie kostet spürbar mehr. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts lagen die Eintrittspreise für Frei- und Hallenbäder im Juni 3,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Damit zogen die Preise stärker an als die allgemeinen Verbraucherpreise, die im selben Zeitraum um 2,3 Prozent stiegen.

Während viele Menschen wegen der hohen Temperaturen ins Wasser flüchten, zeigt sich bei der Ausrüstung ein anderes Bild. Einige typische Sommerartikel wurden im Jahresvergleich sogar günstiger. Das gilt laut Statistik unter anderem für Sonnenschirme sowie für Sport- und Badekleidung.

Ausrüstung teils billiger

  • Sonnenschirme: 0,7 Prozent günstiger
  • Sport- und Badekleidung für Frauen: 1,1 Prozent günstiger
  • Sport- und Badekleidung für Männer: 1,7 Prozent günstiger

Wie leicht der Sprung ins kühle Nass gelingt, hängt außerdem stark vom Wohnort ab. Im Deutschlandatlas wird der durchschnittliche Weg zum nächsten Frei- oder Naturbad mit rund zehn Minuten angegeben. In ländlichen Regionen kann die Anfahrt mit dem Auto aber auch mehr als 20 Minuten dauern. Besonders lange Wege nennt die Statistik für dünn besiedelte Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, im nördlichen Sachsen-Anhalt und in Teilen von Rheinland-Pfalz.

Viele Bäder unter Druck

Bundesweit gibt es nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen gut 2.800 Freibäder, knapp 600 Naturbäder und zusätzlich knapp 2.800 reine Hallenbäder. Viele Einrichtungen kämpfen jedoch wegen knapper Kassen in Kommunen und Gemeinden ums Überleben. Verbände fordern deshalb seit Längerem mehr Investitionen.

Der Zustand vieler Anlagen gilt als kritisch. Nach Einschätzung der DLRG ist etwa die Hälfte der bestehenden Schwimmbäder sanierungsbedürftig. Bleiben größere Modernisierungen aus, könnte in den kommenden drei Jahren etwa jedes siebte öffentliche Bad schließen. Die Folgen wären weitreichend: Schon jetzt können laut DLRG immer weniger Kinder am Ende der Grundschule sicher schwimmen. Gleichzeitig steigt bei Hitze das Risiko für Badeunfälle – im vergangenen Monat ertranken bundesweit mindestens 99 Menschen, so viele wie in keinem Juni seit über 20 Jahren.