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Politik5. November 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Zwei Jahre extra für Benko

Rene Benko ist am Landesgericht Innsbruck erneut schuldig gesprochen worden. Wegen schweren Betrugs gab es eine Zusatzstrafe von zwei Jahren; der Vorwurf rund um ein Jagdgewehr endete mit Freispruch.

Zwei Jahre extra für Benko

Foto: Wikimedia Commons / Christian Michelides, CC BY-SA 4.0

Der frühere Signa-Gründer Rene Benko ist am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck erneut verurteilt worden. Das Schöffengericht sprach ihn wegen schweren Betrugs schuldig und verhängte eine Zusatzstrafe von zwei Jahren. Laut Anklage soll Benko die Privatstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner geschädigt haben. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Worum es im Prozess ging

Im Mittelpunkt stand eine Garantieerklärung vom 6. November 2023, also kurz vor der Insolvenz der Signa Holding. Nach Darstellung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft soll Benko damals wahrheitswidrig zugesichert haben, dass rund fünf Millionen Euro an die Haselsteiner-Stiftung zurückfließen würden. Dadurch seien Vertreter der Stiftung dazu bewegt worden, 3,3 Millionen Euro an die Signa Holding zu überweisen und auf die Rückforderung weiterer 1,7 Millionen Euro zu verzichten.

Das Geld sollte an die Signa-Tochter SportScheck gehen. Hintergrund war ein früherer Aktiendeal: Die Privatstiftung hatte im Juni 2022 Signa-Development-Aktien im Wert von fünf Millionen Euro erworben. Fällig werden sollte der Kaufpreis aber erst nach einer Dividendenzahlung der Signa Development – zu der es nie kam.

Freispruch beim zweiten Anklagepunkt

In einem weiteren Punkt wurde Benko freigesprochen. Dabei ging es um den Vorwurf der betrügerischen Krida rund um ein Jagdgewehr im Wert von 80.000 Euro, das er vor Insolvenzverwalter und Gläubigern verborgen haben soll. Das Gericht sah diesen Vorwurf nicht als erwiesen an. Der Richter verwies darauf, dass die Waffe stets am selben Ort in Innsbruck-Igls gelagert gewesen sei.

  • Schuldspruch: schwerer Betrug
  • Strafe: zwei Jahre Zusatzstrafe
  • Freispruch: Vorwurf zur betrügerischen Krida
  • Streitwert im Hauptpunkt: rund fünf Millionen Euro

Das Gericht kam zum Schluss, dass Benko Haselsteiner über seine Zahlungsbereitschaft und Zahlungsfähigkeit getäuscht habe. Nach Ansicht des Richters musste Benko die Garantie unbedingt unterschreiben, um Geld für die angeschlagene SportScheck zu bekommen. Benko selbst bestritt die Vorwürfe im Verfahren.

Quelle: ORF