Wut nach Tod bei Polizeieinsatz
In Italien haben nach dem Tod eines 42-jährigen Mannes aus Marokko bei einem Polizeieinsatz in Bologna mehrere Tausend Menschen protestiert. Gegen zwei Polizisten und vier Sanitäter laufen Vorermittlungen.

Nach dem Tod eines 42-jährigen Einwanderers aus Marokko bei einem Polizeieinsatz in Bologna ist es in Italien in mehreren Städten zu Protesten gekommen. Besonders in der Universitätsstadt selbst gingen am Montag mehrere Tausend Menschen auf die Straße. Bei der Demonstration forderten Angehörige und Unterstützer Aufklärung über die Umstände des Einsatzes.
Auf Schildern waren Forderungen nach Wahrheit und Gerechtigkeit zu sehen. Die Kundgebung verlief zunächst friedlich, später kippte die Stimmung aber laut Augenzeugen: Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen Flaschen und Molotow-Cocktails auf Polizisten geworfen haben.
Video entfacht massive Kritik
Der Mann war am Sonntag auf einer Straße in Bologna gestorben. Ein Video des Einsatzes sorgt nun landesweit für Empörung. Darauf ist zu sehen, wie zwei Beamte ihn auf den Boden drücken, während seine Hände auf dem Rücken mit Handschellen fixiert sind. Mehrfach ruft er um Hilfe und fordert, dass aufgehört wird. Erst nach mehreren Minuten lassen die Polizisten von ihm ab — zu einem Zeitpunkt, als er sich bereits nicht mehr bewegt. Ein Notarzt stellte anschließend seinen Tod fest.
Der Fall beherrscht in Italien die Schlagzeilen, weil der Verdacht im Raum steht, dass es sich um exzessive Polizeigewalt handeln könnte. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte eine Aufklärung mit „völliger Transparenz“ an.
Diese Ermittlungen laufen jetzt
- Vorermittlungen gegen zwei Polizisten wegen fahrlässiger Tötung
- Vorermittlungen gegen vier Sanitäter, die die Szene laut Video zunächst nur beobachtet haben sollen
- Forderungen der Familie nach vollständiger Aufklärung des Einsatzes
Der Tod des Mannes hat damit nicht nur Trauer, sondern auch eine neue Debatte über Polizeigewalt und Verantwortlichkeit bei Einsätzen ausgelöst. Wie genau der Mann starb, sollen nun die laufenden Untersuchungen klären.