Wirbel um Sexy-Werbung
Schauspielerin Sydney Sweeney sorgt in den USA mit einem Spot für einen Sportwettenanbieter für Kritik. Der Fall reiht sich in eine lange Geschichte umstrittener Werbekampagnen und Frauenbilder ein.

Sydney Sweeney steht erneut im Zentrum einer Werbedebatte. In den USA ist die Schauspielerin derzeit in einem Spot für einen Sportwettenanbieter zu sehen – mit sehr knapper Sportausstattung. Daran stören sich auch bekannte Profisportlerinnen: Sie kritisieren, dass der Frauensport einmal mehr durch einen sexualisierenden Blick inszeniert werde.
Die Aufregung kommt nicht aus dem Nichts. Werbung hat immer wieder gezielt mit Frauenbildern provoziert – mal als Spiegel der Zeit, mal als bewusster Tabubruch. Der aktuelle Fall um Sweeney zeigt, wie schnell alte Muster in neuer Verpackung wieder auftauchen. Für manche steht sie dabei für problematische Klischees, für andere als Symbol gegen übertriebene politische Korrektheit.
Skandale mit Ansage
Schon Ende der 1960er-Jahre sorgte Afri-Cola mit einer aufgeladenen Kampagne für Empörung. Damals wurde sexuelle Befreiung als Verkaufsargument eingesetzt, was vor allem Jugendschutz und katholische Kirche auf den Plan rief. Auch später blieb Werbung oft an traditionellen Rollenbildern hängen: In der Schweiz nahm der „Kassensturz“ 1979 die Hausfrauen-Klischees in einer Hemdenkampagne satirisch auseinander – mit vertauschten Rollen von Mann und Frau.
- 1968: Afri-Cola provoziert mit sexualisierten Motiven
- 1979: „Kassensturz“ verspottet klassische Geschlechterrollen
- 1980: Brooke Shields wirbt mit 15 für Calvin Klein
- 2000er: IWC polarisiert mit chauvinistischen Sprüchen
Alte Muster, neue Empörung
Auch internationale Kampagnen lieferten immer wieder Zündstoff. Brooke Shields sorgte 1980 für Diskussionen, als sie mit erst 15 Jahren für Calvin Klein warb. In der Schweiz machte Anfang der 2000er-Jahre der Uhrenhersteller IWC mit bewusst provokanten Plakatsprüchen Schlagzeilen. Die zuständige Lauterkeitskommission wertete die Motive damals nicht als geschlechterdiskriminierend, sondern als ironisch gemeint.
Mit Sydney Sweeney ist das Thema nun wieder voll da. Bereits 2025 hatte sie mit einer Jeanskampagne Kontroversen ausgelöst. Der neue Spot zeigt: Debatten über Sexismus, Rollenbilder und Moral in der Werbung sind nicht verschwunden – sie werden nur mit neuen Gesichtern und neuen Plattformen weitergeführt.
Quelle: SRF