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Musik & Film10. Juli 2026, 09:00 Uhr · von Redaktion

Wenn Legenden alt klingen

Paul McCartney, Madonna und die Rolling Stones zeigen 2026, wie heikel späte Alben von Musikstars sein können. Manche feiern mit starken Platten ein Comeback, andere liefern Beispiele für ein spätes Scheitern.

Wenn Legenden alt klingen

Neue Musik von großen Namen sorgt fast immer für Aufmerksamkeit. 2026 gilt das besonders für Stars, die ihre Karriere längst in die Popgeschichte eingeschrieben haben: Paul McCartney, Madonna und die Rolling Stones haben neue Alben vorgelegt. Gerade bei solchen Spätwerken ist die Fallhöhe groß: Zu viel Veränderung kann irritieren, zu viel Routine schnell altbacken wirken.

Zwischen Comeback und Feingefühl

Dass es funktionieren kann, zeigt McCartney. Der Ex-Beatle veröffentlichte im März mit „The Boys of Dungeon Lane“ ein Soloalbum mit autobiografischem Blick auf seine Jugend in Liverpool. Die Reaktionen fielen begeistert aus: Das Werk gilt als persönlich und emotional, dazu wird dem 83-Jährigen weiterhin ein außergewöhnliches Gespür für Melodien bescheinigt.

Auch Madonna bekommt derzeit viel Zuspruch. Ihr neues Album „Confessions II“ knüpft an frühe Stärken an und wird von manchen sogar als ihre beste Platte seit mehr als 20 Jahren gesehen. Ähnlich reflektiert gingen zuletzt die Toten Hosen vor: Auf ihrem Abschiedsalbum „Trink aus, wir müssen gehen!“ treffen punkige Songs mit Anklängen an frühere Zeiten auf ruhigere, altersweise Töne. Das wirkt wie ein kontrollierter, durchaus gelungener Abgang.

Wenn Nostalgie nicht reicht

Dass ein spätes Album aber auch komplett scheitern kann, zeigt ein oft genanntes Negativbeispiel der Popgeschichte: „Summer in Paradise“ von den Beach Boys aus dem Jahr 1992. Das Sommer-Konzeptalbum wurde von Fans wie Kritikern abgelehnt. Genannt werden schwaches Songwriting, monotone Computer-Drums und sexistische Texte. Hinzu kommt ein entscheidender Punkt: Es war das einzige Beach-Boys-Album ohne Brian Wilson.

  • McCartney: autobiografisches Soloalbum mit starken Kritiken
  • Madonna: Rückkehr zu vertrauten Stärken
  • Tote Hosen: Abschiedsalbum mit Punk und Altersreflexion
  • Beach Boys: spätes Album als Flop-Beispiel

Genau darin liegt die besondere Spannung solcher Alterswerke: Wer Jahrzehnte im Geschäft ist, kann auf das eigene Lebenswerk reagieren, es fortschreiben oder bewusst daran anknüpfen. Aber nicht jede Rückkehr zur eigenen Vergangenheit wird automatisch zu einem Triumph. Manchmal entsteht ein spätes Meisterwerk – manchmal ein Totalausfall.

Foto: Wikimedia Commons / United Press International, photographer unknown, Public domain