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Musik & Film25. Juli 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

Weltstars trotz Mini-Budget

Die Homburger Meisterkonzerte starten am 1. Oktober in die neue Saison. Trotz deutlich gesunkener Mittel setzen die Veranstalter weiter auf große Namen wie Grigori Sokolov und hoffen auf 500 bis 600 Besucher pro Abend.

Weltstars trotz Mini-Budget

Die Homburger Meisterkonzerte gehen mit viel Renommee, aber wenig Geld in die neue Saison. Dass die Reihe in der Klassikszene trotzdem einen starken Namen hat, zeigt ausgerechnet ein Satz von Hilary Hahn: Die Star-Geigerin, die im Mai im Homburger Saalbau spielte, sagte dort spontan, sie trete besonders gern in Homburg auf – es fühle sich ein wenig wie Familie an. Für den künstlerischen Leiter Markus Korselt ist das mehr als nur ein nettes Kompliment.

Große Namen, kleiner Etat

Hinter den Kulissen wird seit Jahren gerechnet. Korselt spricht von einem klaren Missverhältnis zwischen künstlerischem Anspruch und den verfügbaren Mitteln. Während 2019 noch 100.000 Euro für Künstlerhonorare bei neun Konzerten bereitstanden, waren es 2025 nur noch 55.000 Euro für acht Abende. Für 2026 sind 50.000 Euro eingeplant. Dazu kommen weitere Ausgaben, etwa für Instrumentenmieten, Übernachtungen und Bewirtung, sodass sich die jährlichen Künstlerkosten auf knapp 60.000 Euro summieren.

Trotzdem hält Korselt am Weltklasse-Anspruch fest. Für ihn ist genau das die sportliche Aufgabe: ein starkes Programm mit erfahrenen Größen und spannenden Talenten zu bauen. Dabei helfen Kontakte und kluge Planung. Ein Vorteil in Homburg: Viele Pianisten akzeptieren den vorhandenen Steinway-Flügel. Andere verlangen allerdings ihr eigenes Instrument – in der internationalen Spitze keine Ausnahme.

Auftakt mit Kammermusik und Top-Star

Los geht die Saison am 1. Oktober mit einer erneuten Zusammenarbeit mit den Kammermusiktagen. Mit dabei ist dann auch das Vogler-Quartett, das bei der Programmgestaltung der Kammermusiktage eine wichtige Rolle spielt. Später kommt mit Grigori Sokolov erneut ein absoluter Topstar nach Homburg. Ebenfalls angekündigt ist die Pianistin Johanna Summer, die im Februar ein Beethoven-Programm und eigene Improvisationen im Saalbau präsentieren wird.

  • Saisonauftakt: 1. Oktober
  • Kooperation zum Start: Kammermusiktage
  • Bekannte Namen: Grigori Sokolov, Johanna Summer

Auch beim Publikum sieht Korselt eine positive Entwicklung. Der Einbruch aus der Corona-Zeit sei überwunden, die Auslastung habe sich zuletzt deutlich verbessert. Ganz zufrieden ist er aber noch nicht: Sein Ziel bleibt ein voller Saal. Nach seiner Einschätzung müssten sich im Saarland pro Konzert 500 bis 600 Menschen finden lassen. Der Anspruch in Homburg ist also klar – trotz knapper Kasse soll weiter Klassik auf höchstem Niveau geboten werden.

Foto: saarbruecker