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Musik & Film30. Juli 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

Venedig-Chef kontert Kritik

Vor den Filmfestspielen in Venedig weist Direktor Alberto Barbera Kritik am Programm zurück. Die schwache Präsenz großer Hollywood-Studios und nur eine Regisseurin im Wettbewerb seien laut ihm Folgen der Branchenkrise.

Venedig-Chef kontert Kritik

Kurz vor dem Start der 83. Filmfestspiele von Venedig gerät das Festivalprogramm in die Kritik – und Direktor Alberto Barbera hält nun dagegen. In der Zeitung „La Stampa“ machte er klar, dass weder die geringe Zahl großer Hollywood-Produktionen noch der niedrige Frauenanteil im Wettbewerb auf die Auswahl des Festivals zurückzuführen seien. Für ihn liegen die Ursachen vielmehr in der angespannten Lage der internationalen Filmbranche.

Hollywood in der Umbruchphase

Barbera verweist auf eine Krise in den USA: steigende Produktionskosten, sinkende Einnahmen an den Kinokassen und der wachsende Druck durch Streamingdienste. Nach seiner Darstellung habe das dazu geführt, dass kaum große US-Studios Filme für das Festival bereitgestellt hätten. Als praktisch einzigen ernsthaften Kandidaten nannte er „Digger“ von Alejandro G. Inarritu mit Tom Cruise. Warner Bros. wolle den Film jedoch ohne Festivalpremiere herausbringen.

  • Festival: 2. bis 12. September
  • Ort: Venedig
  • Wettbewerb um den Goldenen Löwen

Nur eine Regisseurin im Wettbewerb

Auch beim zweiten großen Kritikpunkt bleibt Barbera bei seiner Linie. Dass im Wettbewerb lediglich May el-Toukhy mit „Woman Unknown“ vertreten ist, sei aus seiner Sicht kein isoliertes Festivalproblem. Frauen hätten in der Filmindustrie weiterhin schlechtere Zugänge, weniger Finanzierungsmöglichkeiten und keinen gleichwertigen Zugriff auf Produktionsbudgets. Die Schieflage zeige sich deshalb bereits weit vor der Auswahl durch ein Festival.

Trotz der Debatte richtet sich der Blick nun auf das, was im September auf der Leinwand zu sehen sein wird. Zu den am stärksten erwarteten Titeln zählen „Wild Horse Nine“ von Martin McDonagh, „Ink“ von Danny Boyle und „Possible Love“ des südkoreanischen Regisseurs Lee Chang Dong. Die kommenden Tage dürften also nicht nur cineastisch spannend werden, sondern auch von der Frage begleitet sein, wie sehr die Krise der Branche inzwischen die großen Festivals prägt.