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Politik4. Juli 2026 · von Redaktion

USA-Jubiläum im Trump-Schatten

Zum 250. Geburtstag der USA sollte das Land zusammenrücken. Stattdessen prägen Streit, Großshows in der Hauptstadt und die Debatte um die politische Inszenierung den Feiertag.

USA-Jubiläum im Trump-Schatten

250 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung hätten die USA einen Moment der Gemeinsamkeit feiern können. Doch rund um den 4. Juli 2026 zeigt sich vor allem, wie tief das Land politisch und gesellschaftlich gespalten ist. Während es in allen Bundesstaaten lokale Feiern, Ausstellungen und Gemeinschaftsprojekte gibt, richten sich die nationalen Blicke fast nur auf die Hauptstadt.

Dort wird der Jahrestag mit großem Aufwand inszeniert: Feuerwerk, Militärkapellen, Flugshows und eine zweiwöchige "Great American State Fair" auf der großen Grünfläche zwischen Kapitol und Lincoln Memorial. Gezeigt werden Pavillons der Bundesstaaten, Ministerien und Organisationen, dazu ein Riesenrad, Rodeo-Vorführungen und sogar ein kleineres Modell des von Donald Trump geplanten Triumphbogens für Washington. Was als große Leistungsschau gedacht war, wirkt für Kritiker jedoch eher wie eine zusammengebaute Kulisse.

Feier der Nation oder politische Bühne?

Genau darin sehen viele eine vertane Gelegenheit. Ursprünglich sollte das 250. Jubiläum die Geschichte der Vereinigten Staaten in ihrer ganzen Vielfalt erzählen und ein gespaltenes Land wenigstens für kurze Zeit näher zusammenbringen. Schon 2016 hatte der Kongress dafür die überparteiliche Kommission America250 geschaffen. Ihr Konzept setzte vor allem auf Projekte vor Ort, Bildungsangebote, Festivals und Initiativen in den Gemeinden.

Mit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus änderte sich der Schwerpunkt aber deutlich. Anfang 2025 rief er per Dekret die Initiative Freedom 250 ins Leben, die nun die publikumswirksamen Großereignisse in Washington organisiert. America250 gibt es zwar weiterhin, doch statt der bewilligten 100 Millionen Dollar erhielt die Kommission vom Innenministerium nur rund 25 Millionen. Gleichzeitig gingen mindestens 68 Millionen Dollar an Freedom 250. Damit verlagerte sich das sichtbarste Programm des Jubiläums klar in die Hauptstadt.

Der Vergleich mit 1976 fällt deshalb besonders auf. Damals sollten die Feiern zum 200. Geburtstag der USA das Land nach Vietnamkrieg und Watergate wieder zusammenführen. Bürgerfeste, Paraden und Nachbarschaftsaktionen standen im Mittelpunkt. Auch heute gibt es solche dezentralen Veranstaltungen. Doch die Schlagzeilen gehören diesmal weniger den Menschen im ganzen Land als der politischen Inszenierung in Washington.