USA erhöhen Druck auf Iran
Die USA haben am Mittwoch zwei neue Angriffswellen gegen den Iran geflogen. Während Donald Trump weitere Drohungen aussprach, warnte Teheran vor massiven Gegenschlägen und pochte auf die Kontrolle der Straße von Hormuz.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat sich am Mittwoch erneut zugespitzt. Das US-Militär flog nach eigenen Angaben zwei Angriffswellen an einem Tag und nahm zusätzlich ein Schiff ins Visier, das gegen die Blockade iranischer Häfen verstoßen haben soll. Eine diplomatische Annäherung wirkt damit wieder deutlich unwahrscheinlicher.
US-Präsident Donald Trump verschärfte den Ton zunächst weiter und drohte erneut mit Angriffen auf zivile Infrastruktur. Kurz darauf schlug er in einer anderen Mitteilung versöhnlichere Töne an: Auf Truth Social erklärte Trump, der Iran habe einer Ende 2024 festgenommenen US-Bürgerin die Ausreise erlaubt. Weitere Details zu der Frau nannte er nicht, schrieb aber, sie sei außer Landes und in Sicherheit.
Iran warnt vor Gegenschlägen
Aus Teheran kamen umgehend scharfe Reaktionen. Das militärische Hauptquartier Khatam al-Anbiya kündigte laut der Agentur FARS an, bei einer Zerstörung von Infrastruktur werde auch verbleibende Infrastruktur in der Region zum Ziel. Armeesprecher Mohammad Akraminia bezeichnete die Kontrolle der Straße von Hormuz als rote Linie. Der Iran sei in der Lage, die strategisch wichtige Wasserstraße von jedem Punkt seines Territoriums aus zu beherrschen. Durch die Meerenge lief vor dem Krieg rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen.
Explosionen an mehreren Orten
Das für die Region zuständige US-Kommando CENTCOM teilte mit, die jüngste Angriffswelle habe um 15.00 Uhr US-Ostküstenzeit begonnen. Ziel sei es, Irans Fähigkeit einzuschränken, Handelsschiffe in der Straße von Hormuz zu bedrohen. Konkrete Ziele nannten die US-Streitkräfte zunächst nicht. Iranische Medien meldeten Explosionen und Einschläge an mehreren Orten im Land.
- Explosionen in der Hafenstadt Chabahar
- Angriffe in Rask, bei Bandar Abbas und in Ahvaz
- Einschläge am Flughafen von Semnan
Nach iranischen Angaben gab es in Semnan keine Toten oder Verletzten. Kurz nach Beginn der neuen US-Angriffe waren zudem in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain wieder Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören. Damit wächst die Sorge, dass sich der Konflikt weiter über die Region ausdehnen könnte.
Foto: sn